So bleiben Sie (ein bisschen) anonym

Das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) tritt in Kraft. Wer ab heute im Internet surft, kann vom Staat überwacht werden. Dagegen gibt es ein paar Hilfsmittel.

» Von Simon Gröflin, Florian Bodoky , 04.09.2017 14:22.

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Verschiedene Instanzen auf der ganzen Welt sind an den Webaktivitäten von Herrn und Frau Schweizer interessiert, sei dies nun aus kommerziellen oder sonstigen Gründen. Es wird zunehmend schwieriger, sich unerkannt im Netz zu bewegen, zu zahlreich sind die Wege, nicht nur Ihre Identität, sondern auch Ihre Surfgewohnheiten festzustellen. Dies ist aber kein Grund, mit seinen Daten allzu freigiebig zu sein. So machen Sie es den Datensammlern schwerer.

Surfen im Internet

Alle aktuellen Browser haben einen Modus an Bord, der verhindert, dass beim Surfen Spuren auf Ihrer Festplatte landen. Das bringt zwei Vorteile: Andere Nutzer an Ihrem PC können nicht nachschauen, welche Seiten Sie besucht haben. Da im privaten Modus keine Cookies abgelegt werden, ist es ausserdem für Webseitenbetreiber schwieriger, Sie zu identifizieren. Dadurch können diese nicht mehr so einfach ein Profil von Ihnen erstellen. Es lohnt sich, diesen Schutz mit weiteren der folgenden Tipps zu kombinieren.

Im Firefox-Menü klicken Sie dazu auf Einstellungen und wählen Sie den Abschnitt Datenschutz. Wenn Sie die Chronik-Einstellung auf «Firefox wird eine Chronik: niemals anlegen» ändern, verwenden Sie von nun an den Privaten Modus. Ein Neustart des Browsers wird erforderlich.

Wichtig bei Chrome: Sind Sie mit Ihrem Google-Konto eingeloggt, werden Aktivitäten protokolliert. Ein Logout ist daher wärmstens empfohlen. Gleiches gilt beim Nutzen von Suchmaschinen. Privates Suchen geht sehr gut mit der Suchmaschine DuckDuckGo.

Herkunft verschleiern

Wer nur gelegentlich eine Webseite anonym aufrufen will, benutzt am besten einen der kostenlosen Anonymizer-Dienste. Dadurch kann die Zielwebseite Ihre IP-Adresse und damit Ihren Standort nicht ermitteln, sondern erkennt stattdessen nur die Position des genutzten Dienstes.

Hide my Ass und Proxify. Sie funktionieren alle sehr einfach: Öffnen Sie eine der drei Webseiten und geben Sie dort die gewünschte Internetadresse ein – schon werden Sie über einen Server auf die Webseite umgeleitet.

Allerdings haben die Anonymisierungsdienste auch Nachteile. Zum einen sind sie oft langsam, zum anderen werden Webseiten nicht immer korrekt dargestellt. Um sich zu finanzieren, blenden die Dienste zudem Werbung ein. Benutzen die Webseitenbetreiber Techniken wie JavaScript, können sie ausserdem verschiedene Informationen über Ihr System auslesen und so ein Nutzerprofil erstellen.

Und: Die Dienste passen zwar weiterführende Links automatisch an, damit diese ebenfalls über die Anonymisierungsfunktion laufen, in einigen Fällen klappt dies aber nicht korrekt, sodass teilweise doch Ihre tatsächliche Herkunft verraten wird.

Computerworld empfiehlt: Wenn Sie regelmässig solche Dienste in Anspruch nehmen möchten, empfiehlt sich der Einsatz der neusten Opera-Version. Diese bietet einen VPN-Service im Browser an, ohne zwischengeschaltete Website oder Browser-Extension. Es gibt sogar mehrere Standorte, die simuliert werden. Zudem ist die Handhabung sehr einfach (siehe Screenshot). Für Chrome und Firefox gibt es starke Browser-Extensions wie Hola für Chrome oder FoxyProxy für Firefox.

Hinweis: Dieser Tipp hilft zwar gegen kommerzielles Spionieren, wahrt aber nicht zwangsweise Ihre Anonymität. Anbieter wie Hide my Ass deklarieren sogar ausdrücklich, dass sie z.B. mit Sicherheitsbehörden kooperieren.

Auf der nächsten Seite: Kurzanleitung für Hola und FoxyProxy

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