Schweizer KMU beliebte Hackerziele

Generell hat sich die IT-Gefahrenlage in Bezug auf die Schweiz verbessert, heisst es im jüngsten weltweiten Security-Bericht von Symantec. Die Studie benennt aber auch helvetische Schwachstellen.

» Von pd/jst, 14.04.2015 10:49.

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Symantec zeigt im neuen Internet Security Threat Report ISTR auf, dass die Cyber‐Angreifer ihre Taktik perfektioniert haben: Sie infiltrieren Netzwerke und bleiben dabei unerkannt, indem sie die Infrastruktur grosser Unternehmen kapern und gegen sie verwenden.

«Angreifer müssen nicht die Tür zum Netzwerk eines Unternehmens eintreten, wenn sie leicht an die Schlüssel kommen können», erklärt Candid Wüest, Principal Threat Researcher bei Symantec. «Angreifer bringen Unternehmen mit einem Trick dazu, sich selbst zu infizieren: Sie schleusen Trojaner in Software‐Updates verbreiteter Programme ein und warten geduldig, bis ihre Opfer sie herunterladen – womit die Angreifer dann ungehinderten Zugang zum Unternehmensnetzwerk haben.»

Schweizer KMU beliebte Ziele von Hackern

Die gute Nachricht vorweg: Auf der Liste der am meisten angegriffenen Länder konnte die Schweiz ihre Position seit dem Jahr 2012 von Platz 47 und dem Platz 52 im Jahr 2013 kontinuierlich verbessern und belegt 2014 neu den 54. Platz. Nachbarländer wie Deutschland auf Rang 6 oder Frankreich auf Rang 14 hatten auch im letzten Jahr deutlich häufiger mit Hackerangriffen zu kämpfen.

Neben grossen Unternehmen mit mehr als 2500 Mitarbeitern (26,3%) gerieten auffällig viele Schweizer KMU (22,8%) ins Visier von Cyberkriminellen - ein Fakt, den auch die Fachstelle Melani des Bundes festgestellt hat. Überraschend ist auch, dass im Bankenland Schweiz Betriebe der Fertigungsindustrie (Manufacturing) häufiger angegriffen wurden (18,5%) als Unternehmen im Finanzsektor (15,4%). Dies kann einerseits als Erfolg der verstärkten Sicherheitsbemühungen von Banken gewertet werden und ist andererseits ein mögliches Zeichen für die Zunahme von Industriespionage. Auch Lösegeld‐Trojaner stellen weiterhin ein grosses Problem dar. Die Trojaner sperren auf dem Computer Dateien, Ordner, oder gleich die ganze Festplatte und fordern für die Freigabe Geld. Pro Tag wurden letztes Jahr durchschnittlich 177 dieser sogenannten Ransomware‐Attacken auf Schweizer Computern geblockt.

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KOMMENTARE

Bianca Haingruber: 20-10-16 10:34

Mich wundert es nicht, dass KMUs ein beliebtes Ziel sind. Meistens wird dort die Gefahr unterschätzt und die Mitarbeiter haben eine eher laxe Einstellung gegenüber Datensicherheit, weil es eben keine Standards und Vorschriften gibt. Die Firma bei der ich arbeite hat das auf die harte Art erfahren müssen, als auch wir Ziel eines Hackerangriffs wurden. Seitdem hat sich einiges verändert: IT Seminar (https://www.securitycoach.at/workshop-seminar/unternehmen-digital-sicherheit-fuer-kmus/), neue Soft und Hardware etc. Mittlerweile sind wir alle skeptischer geworden, was glaube ich auch gut so ist. Lg Bianca

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