Cyberkriminalität in der Schweiz: Dramatische Zunahme und neue Gefahren

Cyberattacken gehören für die meisten Schweizer Unternehmen zur Realität, entsprechend ist auch das Risikobewusstsein gestiegen. Neue Gefahren drohen durch das Internet der Dinge und die fortschreitende künstliche Intelligenz. Dies zeigt die aktuelle KPMG-Studie «Clarity on Cyber Security».

» Von Jens Stark , 30.05.2017 14:47.

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Das Risiko, als Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs zu werden, ist mittlerweile Alltag für die meisten Schweizer Firmen. So kann das Fazit der KPMG-Studie «Clarity on Cyber Security» lauten, welche heuer zum dritten Mal durchgeführt wurde. Laut den jüngsten Ergebnissen wurden 88 Prozent der befragten Unternehmen in den letzten 12 Monaten Opfer von Attacken. Das bedeutet eine Zunahme von 34 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (54 Prozent). Bei über der Hälfte der Firmen (56 Prozent) provozierte der Angriff einen Unterbruch der Geschäftstätigkeit, bei mehr als einem Drittel der Befragten (36 Prozent) hatte die Attacke einen finanziellen Schaden zur Folge.

Die Schweizer Wirtschaft habe aber dazugelernt, wie mit der Bedrohung durch Cyberattacken umzugehen ist, beobachten die Studienautoren: 81 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Laufe der vergangenen zwölf Monate ein grösseres Risikobewusstsein entwickelt hätten, 52 Prozent verstehen die Motivation, Strategie und Vorgehensweise der Angreifer besser und bei 44 Prozent haben sich die Vorhersagemöglichkeiten verbessert.

Gefährliche Konstruktionsfehler in der Cyberabwehr

Viele Datendiebstähle lassen sich laut KPMG auf menschliches Versagen und Social Engineering zurückführen. Schuld daran seien aber nicht nur sorglose Benutzer, sondern vielmehr Konstruktionsfehler in der Cyberabwehr, heisst es. Allzu oft spiele die Benutzerfreundlichkeit im Bereich der Cybersicherheit eine untergeordnete Rolle.

Dies zeigt sich auch in der Studie des Beratungsunternehmens: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen nicht systematisch an benutzerfreundlichen Massnahmen zur Cybersicherheit gearbeitet wird, und nur gerade 11 Prozent ziehen entsprechende Spezialisten zurate. «Die Wirksamkeit von Massnahmen zur Cybersicherheit muss dringend gestärkt werden. Dies geht nicht ohne das menschliche Verhalten viel stärker im Design der Massnahmen zu berücksichtigen. Die Benutzerfreundlichkeit von Cybersicherheit ist entscheidend, wenn es darum geht, die Cyberbedrohung in den Griff zu kriegen. Das schwächste Glied in der Kette war, ist und bleibt immer der Mensch», fasst Matthias Bossardt, Leiter Cyber Security von KPMG Schweiz, diese Problematik zusammen.

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