«Digitale Verwaltung» - daran haperts noch

Schweizer Verwaltungen riskieren, den Anschluss an die digitale Welt zu verlieren. Im Standortwettbewerb könnte dies für die Schweiz negative Folgen haben. Eine gemeinsame Studie von ZHAW und KPMG Schweiz benennt die Hürden bei der Umstellung auf eine «Digitale Verwaltung».

» Von pd/jst, 13.11.2017 10:12.

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Nicht nur die Wirtschaft, auch die Schweizer Verwaltungen müssen die Digitalisierung an die Hand nehmen. Die Bevölkerung erwartet von beiden dieselben Dienstleistungen. Verschiedene Hürden erschweren die Umstellung auf eine «Digitale Verwaltung» jedoch signifikant, wie eine Studie des ZHAW-Instituts für Verwaltungs-Management in Zusammenarbeit mit KPMG Schweiz zeigt. Zum einen stossen entsprechende Projekte aus Kostengründen häufig auf Widerstand, weil sie zunächst mit hohen Investitionen verbunden sind, während der daraus erzielte Nutzen und die allfälligen Kosteneinsparungen erst später realisiert werden können. Zum anderen fordert das Nebeneinander von analogen und digitalen Dienstleistungen die Verwaltungen heraus – schliesslich darf niemand von staatlichen Leistungen ausgeschlossen werden, der nicht in der Lage ist, auf digitalem Weg mit der Verwaltung in Kontakt zu treten.

Perfektionismus blockiert die digitale Transformation

Eine weitere Herausforderung: Die strukturellen Rahmenbedingungen für eine digitale Verwaltung sind in der Schweiz äusserst anspruchsvoll. Rund 2400 Gemeinden, 26 Kantone und der Bund haben sich abzustimmen und vier Landessprachen zu integrieren. Darüber hinaus leidet die Schweiz unter ihren Perfektionsansprüchen: «Häufig wird versucht, alle denkbaren Varianten eines Vorgangs zu digitalisieren. Die Projekte werden dadurch überladen, ihre Umsetzung wird gebremst oder scheitert ganz», wie die Autoren der Studie die Expertenansichten zusammenfassen. Die mit der Digitalisierung verbundene Innovationsdynamik wird in der Wirtschaft nach dem Motto «fail fast» gelebt – Innovationsprojekte in Verwaltungen leben dagegen unter dem Druck von «fail never».

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