Amazon und Co.: wie sich Fake-Bewertungen entlarven lassen

Ein Insider berichtet von «gefälschten» Rezensionen auf Online-Verkaufsplattformen und liefert gleichzeitig Tipps, wie diese enttarnt werden können.

» Von Luca Perler , 17.03.2017 16:25.

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Auch in der Schweiz kaufen immer mehr Menschen Waren online ein. Alleine im letzten Jahr bestellten Schweizerinnen und Schweizer, gemäss dem Marktforschungsinstitut GfK, Waren im Wert von 7,8 Milliarden Franken übers Internet. Das Problem beim Online-Shopping: Produkte können nicht getestet oder anprobiert werden. Abhilfe schafft dabei die Kommentar-Spalte. Kundinnen und Kunden bewerten dort Produkte, die sie über ein Online-Versandhaus gekauft haben.

 

Wie ein Insider nun in einem Bericht auf «Business Insider Deutschland» schreibt, stammen diese Kommentare jedoch nicht immer nur aus der Feder von Käufern. «Viele Firmen manipulieren nämlich die Gesamtbewertung bewusst zu ihren Gunsten», berichtet der anonyme Autor des Textes, ein ehemaliger Schreiber von Fake-Bewertungen bei Amazon. Ganze Agenturen hätten sich inzwischen darauf spezialisiert, Fake-Bewertungen bei Verkaufsplattformen wie Amazon oder Ebay zu schreiben. «Das Ziel ist klar: So soll der Verkauf angekurbelt werden.»

Fake-Bewertungen entlarven

Der Insider stellte anschliessend eine Liste mit 11 Tipps auf, wie man sich vor einem Kauf richtig informiert und Bewertungen von Händlern und Agenturen erkennen kann:

  • Lange und detaillierte Beschreibungen, gemischt mit Anwendungsbeispielen, machen eine Rezension unglaubwürdig. Wer ein Produkt möge, halte sich in der Regel kurz.
  • Skepsis sei vor allem bei Profilen, die nur Bewertungen über eine Produktsparte schreiben, angebracht. «Wer nicht gerade einen Tech-Blog hat oder leidenschaftlich gerne über Bücher schreibt, macht das wohl gegen Bezahlung», meint der Insider.
  • Verdächtig seien auch Links oder Verweise auf ähnliche Produkte eines Herstellers, genauso wie ein allzu werblicher Schreibstil.
  • Fake-Bewertungen müssten zudem nicht immer nur positiv formuliert sein. «Händler und Agenturen schreiben auch Verrisse, um die Konkurrenz auszubremsen.» Deshalb soll man sich von schlechten Kommentaren nicht zu fest beeinflussen lassen.
  • Finden sich unter hundert schlechten Bewertungen jedoch nur zehn positive, sieht man laut dem Insider besser von einem Kauf ab. Die Mischung aus positiven und kritischen Bewertungen mache es aus.
  • Wenige Bewertungen sind hingegen auch kein gutes Zeichen. Vor allem beim Kauf eines teuren Produktes verlasse man sich besser nicht auf einen einzelnen Kommentar.
  • Meist steht auch der Kommentar zuoberst, der am besten bewertet wurde. «Wer sich auf den Topkommentar verlässt, hat schon fast verloren.» Agenturen und Firmen wüssten ganz genau, wie sie ihre Kommentare ganz oben positionieren könnten.
  • Das Datum einer Bewertung liefert ebenfalls Hinweise auf deren Echtheit. «Erscheinen Rezensionen direkt am Tag der Veröffentlichung eines Produktes oder sogar davor, sind diese mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht.»
  • Sogenannte «verifizierte Käufe» sind gemäss dem Kenner hingegen gute Anhaltspunkte für legitime Kommentare. Denn das bedeutet, dass der Rezensent das Produkt tatsächlich gekauft hat.
  • Hilfreich sei auch ein Blick in die Liste der Bewertungen eines Rezensenten. Werden unterschiedliche Produkte kommentiert weist das darauf hin, dass ein echter Käufer am Werk ist.
  • Schliesslich empfiehlt der Insider, dass man sich nicht nur auf die Rezensionen beim Online-Händler verlassen, sondern auch andere – bestenfalls unabhängige – Bewertungsportale zu Rate ziehen soll.

 

 

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