Volles Haus an Citrix Day von Digicomp

Diese Woche hat Schulungsanbieter Digicomp seinen alljährlichen Citrix Day veranstaltet. Country-Manager Steve Mayer kam persönlich und sprach über die Zukunft des Spezialisten für virtuelle Umgebungen.

» Von George Sarpong , 08.11.2017 13:35.

Die Virtualisierung von PC-Arbeitsplätzen bringt viele Vorteile. Mitarbeiter können etwa unabhängig von Orten und Geräten mit einem PC arbeiten. Doch so einfach ist es nicht. Was es für eine erfolgreiche VDI-Umgebung braucht, zeigten Experten am Citrix Day des Schulungsanbieters Digicomp in Zürich. Citrix’ Schweiz-Chef Steve Mayer begrüsste die rund 100 Teilnehmer persönlich.

Mayers Auftritt war mehr als eine freundliche Geste. In den vergangenen Monaten wurde Citrix von Gerüchten und Managementwechseln durchgerüttelt. Mitte des Jahres wurde CEO und Ex-Microsoft-Manager Kirill Tatarinov ersetzt. Zuvor hatten Wirtschaftsmedien über eine mögliche Fusion des Virtualisierungsspezialisten mit Microsoft diskutiert. Dies während Citrix seine Hausmesse Synergy feierte.

Klare Botschaft von Steve Mayer

Wenige Wochen danach beendete der Verwaltungsrat in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Karriere Tatarinovs bei Citrix. COO David Henshall übernahm das Ruder und leitet das Unternehmen seither. Bei Digicomp wollte Mayer mit den Geschichten aufräumen und ein Zeichen setzen.

Die Cloud-Strategie von Citrix werde weitergeführt, betonte Mayer. Fusionsgerüchten mit Microsoft erteilte er eine klare Absage. Für Citrix mache ein Schulterschluss wenig Sinn. Denn das Unternehmen verkaufe seit Jahren Lizenzen seiner Softwareprodukte an Microsoft. Ein gutes Geschäft. Und weshalb, fragte Mayer in die Runde, solle Microsoft rund 13 Milliarden US-Dollar für eine Nischenlösung in Microsofts Portfolio ausgeben. "Meine wichtige Botschaft an Sie: Wir sind stark, am Markt präsent und werden nicht weitergereicht" sagte Mayer und bedankte sich bei den loyalen Partnern und Kunden in der Schweiz.

Vor- und Nachteile mobiler Arbeitsplätze

Mobilität in der Praxis Mobilität bestimme unser Leben sagte Stephan Pfister in einem Referat. „Im Schnitt schauen wir alle 6 Minuten auf unser Natel, sagte Pfister weiter unter Berufung auf Zahlen von Marktforscher Gartner. Dieses Jahr würden über 268 Milliarden mobile Apps heruntergeladen führte Pfister weiter aus. Die Geschwindigkeit mit der Apps und zugehörige Updates auf den Markt stelle IT-Verantwortliche vor grosse Herausforderungen, wenn sie den Anwendern eine gute Nutzererfahrung anbieten wollen.

Die neue Freiheit führe aber noch zu ganz anderen Problemen, etwa beim Arbeitsrecht. Ist das Beantworten von E-Mails zu Hause oder im Urlaub Arbeitszeit? Ja, beantwortete Pfister seine Frage gleich selbst. Gleiches gelte für Telefonate ausserhalb der Arbeitszeit. Und nicht nur das. Werde an einem Tag auf Mails geantwortet oder telefoniert, sei dies kein Urlaubstag.

Auch technisch dürfe mobiles Arbeiten nicht unterschätzt werden. Setze man Projekte konsequent um, könnten diese auch teuer und aufwendig werden. Unternehmen müssten in Hardware, Vernetzung, Mobile Device Management und Virtualisierungslösungen investieren.

Das könne teuer werden. Dem widersprach ein Gast. Sein Unternehmen habe gerade durch die Schaffung mobiler Arbeitsplätze rund 20 Prozent an Kosten einsparen können. Pfister verwies auf zusätzliche Kosten die mit dem eigentlichen Mobile-Working-Projekt zunächst nichts zu tun haben und an die man erst später denkt. Hierzu zählen etwa drahtlose Verbindungen zum Beamer oder Drucker. Unter Umständen müssten gleich neue Geräte angeschafft werden.

Citrix User Group Schweiz gibt Tipps für Windows 10 in Citrix-Umgebungen

Diskutiert wurde auch am Referat von Sacha Thomet, Systemingenieur Citrix bei Mobiliar, und René Bigler, Systemingenieur Citrix und Leiter Informatik am Berufsbildungszentrum IDM. Sie beschäftigten sich mit der Frage, wie man Windows 10 in VDI-Umgebungen flüssig zum laufen bringt. Windows 10 ist ein anspruchsvolles Betriebssystem.

Allerdings meistern selbst aktuelle Consumer-Modelle die Anforderungen. Denn meist sind in den Rechnern ab Werk SSDs und viel Arbeitsspeicher verbaut. Das ist aber nicht immer in virtuellen Desktopumgebungen der Fall.

Thomet sprach von Aufstartzeiten von Windows 10 auf virtuellen Desktops von bis zu zwei Minuten. Für heutige Anwender inakzeptabel. Diese erwarteten von ihren virtuellen Rechnern vergleichbare Leistungen, betonte Bigler. Die Referenten konnten letztlich ihre VDI-Systeme deutlich beschleunigen durch testen, experimentieren und insbesondere durch den Austausch mit anderen Citrix-Anwendern.

Bigler und Thomet warben nicht ganz ohne Grund für den Austausch. Beide engagieren sich in der Citrix User Group Schweiz, eine Gemeinschaft von Citrix-Anwendern. Die Gruppe zählt rund 260 Mitglieder und trifft sich mehrmals jährlich, um sich über technische Möglichkeiten rund um Citrix-Lösungen auszutauschen.

Traditionelles Networking in neuer Location

Wem nach den insgesamt 17 Vorträgen der Kopf rauchte, konnte beim abschliessenden Apéro den Kopf lüften. Ganz dem Testing verschrieben, probierten die Teilnehmer dieses Jahr mit der Bar 8001 eine neue Location aus, um den Citrix Day Revue passieren zu lassen und um Bekanntschaften zu pflegen oder gar neue aufzubauen. 

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