Schweizer CIOs wissen, was Gartner sagt

Die Auguren von Gartner berichten Europas CIOs in Barcelona über IT-Trends. Schweizer IT-Leiter kennen die Trends bereits, auch UBS-CIO Oliver Bussmann.

» Von Mark Schröder , 11.11.2014 18:37.

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Marktforschungen und Umfragen haben den Nachteil, dass sie für eine Fragestellung nur eine Antwortskizze sein können. Das Bild mit allen Details zeichnet der Rezipient selbst, wenn er ein generelles Ergebnis auf seine konkrete Situation im Unternehmen anwendet. Auch die Analysten von Gartner können nur Skizzen liefern, aktuell werden rund 5000 IT-Leiter aus Europa am Gartner Symposium in Barcelona über Trends orientiert.

Gartner geht beispielsweise davon aus, dass die IT-Budgets im EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) im nächsten Jahr um 2,6 Prozent auf insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar steigen werden. Wie Research Vice President Frank Buytendijk am Symposium vor den Medien sagte, ist das geringe Budget-Wachstum nicht repräsentativ für die Bedeutung, die IT heute in Anwenderunternehmen hat. Angesichts der allgegenwärtigen Digitalisierung müssen auch Unternehmen mehr in ihre Informatik investieren, um im Wettbewerb bestehen zu können. Ein knappes Plus beim Budget genüge nicht, um das Geschäft fit für die digitale Zukunft zu machen, so Buytendijk. Damit serviert Gartner nicht gerade kalten Kaffee, aber für Schweizer CIOs ist er höchstens noch lauwarm. Dem Beratungsunternehmen EY sagten Führungskräfte aus der Schweiz schon vor gut zwei Jahren, dass sie Digitalisierung für das Business nutzen wollen. 

Wie CIOs mit klammen Kassen die Digitalisierung des Geschäfts vorantreiben können, weiss Gartner – selbstverständlich. Der Vorschlag lautet, einen «bimodalen» IT-Betrieb anzustreben. Die herkömmliche Infrastruktur wird im ersten Modus «normal» weiterbetrieben, im zweiten Modus werden Projekte schnell realisiert und Systeme schnell implementiert. Mit dem Turbo-Betrieb sollen IT-Abteilungen dann den Herausforderungen begegnen können, die durch das digitale Geschäft entstehen. 

Laut Gartners Vice President Tina Nunno ist es ausserdem erstrebenswert, mit «fluiden» Organisationen zu arbeiten. In solchen «internen Start-ups» sollten IT und Business über Abteilungsgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Die Innovationen würden durch das multidisziplinäre Teamwork getrieben.

Die Konzepte der unternehmensinternen Start-ups und des bimodalen IT-Betriebs ähneln stark den agilen Methoden, die Wissenschaftler von IBM Research Zurich in der Zukunft als «normal» für die Anwendungsentwicklung ansehen. Statt wie heute Monate auf den neuen Release einer Software zu warten, wird dann in kleinen Schritten immer wieder innoviert, getestet, ausgerollt. Die Apps auf dem Smartphone dienen hier als Vorbild. Dabei hat der Entwicklungsprozess keinen Anfang und auch kein Ende. «Die Anwendungen sind quasi in einem kontinuierlichen öffentlichen Beta-Test», sagte Stephan Schneider im August der Computerworld. Zuvor hatte der Technologiespezialist schon dutzende Schweizer Führungskräfte über die zukünftige Praxis orientiert.

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