Bild & Video für Social Media: unverzichtbar

Wer heute sein Unternehmen beim Kunden erfolgreich repräsentieren will, benötigt mehr als gestellte „Daumen hoch“-Fotos vor der Firmenzentrale.

» Von Carina Schneider, 24.08.2016 01:59.

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Man kann gar nicht stark genug betonen, wie immens wichtig heute die diversen Social Media Plattformen für die Aussenwirkung eines Unternehmens sind. Nicht nur allein von den offensichtlichen Vorteilen her, wie beispielsweise dem, dass sie auch für Betriebe kostenlos sind. Sondern auch, weil hier der engste Kundenkontakt möglich ist: Via Google muss ein Kunde ein Unternehmen immer noch zielgerichtet suchen, um von der Firmenwebseite Informationen zu erlangen. Bei TV- und Radiowerbung kann er schlichtweg umschalten. Doch wenn die Botschaften einer Firma in seiner Timeline auf Facebook und Co. erscheinen, muss sich der Kunde damit beschäftigen. Und dann wird es seitens der Unternehmen umso wichtiger, hier den Kunden mit qualitativ hochwertigen Medien zu interessieren, damit das Scrollen aufhört und er sich näher mit der Firma beschäftigt. Was es darüber zu wissen gibt und welche Strategien auf der Hardware-Seite verfolgt werden können, erklärt der folgende Artikel.

 

1. Lass die Werbung Werbung sein

Dabei ist es zunächst wichtig, zu verstehen, dass potenzielle Kunden heute äusserst genau erkennen können, ob mit einem Foto oder einem Video in erster Linie geworben werden soll oder ob Information im Vordergrund steht und die Werbung erst an zweiter Stelle.

Ein echtes Negativbeispiel wäre ein klassisches Imagevideo einer Firma. Also eines, in dem das Unternehmen einfach nur sich selbst feiert und aber trotz hochwertigem Videomaterial keinerlei zusätzliche Informationen bietet – so etwas in der Facebook-Timeline würde von den meisten potenziellen Kunden sofort als Werbung durchschaut werden und, angesichts der meist nicht heutigen Gewohnheiten des Medienkonsums entsprechender Länge, weggeklickt werden – wer möchte schon eine viertelstündige Selbstbeweihräucherung einer Firma ansehen, wenn er davon keinerlei Nutzen hat?

In diesem Sinne sind die besseren Strategien nicht nur sehr viel einfacher, sondern auch kostengünstiger: Durch kleine Bild- und Videobotschaften aus dem echten Leben einer Firma, eines Berufszweiges wird dem Kunden wirkliche Mehrinformation geboten – sei es beispielsweise ein erklärendes Video eines Handwerksbetriebes oder auch nur ein lustiges Foto aus dem Firmenalltag. Hierfür sind auch keine teuren externen Medien-Betriebe vonnöten, sondern nur etwas Expertise mit den gängigsten Multimedia-Geräten wie Smartphone und Actionkamera.

Zusammengefasst bedeutet das:

  • Social Media ist einer der wichtigsten Angelpunkte der Aussendarstellung
  • Bild- und Videomaterial muss einen klar erkennbaren Mehrwert bieten
  • Heutige Hardware macht es auch Laien möglich, ein ausreichendes Mass an Qualität zu generieren

Dabei ist es zunächst einmal gleich, ob es sich um Fotos oder Videos handelt – solange der Kunde davon unterhalten wird.

2. In voller Bewegung

Eingangs des vorherigen Kapitels war von Imagefilmen die Rede. Diese sind alleine schon deshalb problematisch, weil sie rasend schnell viele tausend Franken kosten. Viel einfacher ist es, sich moderne Geräte zunutze zu machen, die jeder nach kurzer Einarbeitung bedienen kann. Der momentan unumstrittene König dieser Videokameras: Die GoPro. Das ist eine digitale Kleinstkamera, kleiner noch als eine Zigarettenschachtel. Und dabei unglaublich robust, denn GoPros wurden ursprünglich für Wellenreiter entworfen. Heute werden die nahezu unzerstörbaren „HD-Tresore“ für praktisch alles eingesetzt – selbst der Hollywood-Blockbuster „Der Marsianer“ wurde in weiten Teilen mit GoPros gefilmt. Und das nicht nur, weil sie bloss ein paar hundert Franken kosten – lächerlich wenig im Vergleich mit einer Profi-Kamera. Sondern auch, weil sie richtig gutes Material liefern und selbst Zeitlupenaufnahmen und Nachtaufnahmen mit entsprechender Nachbearbeitung möglich sind. Und weil die robusten Zwerge auch noch gute Fotos schiessen können, sind sie für Firmen ein echtes Multitalent.

Um auf die sozialen Netzwerke zurückzukommen: Wie kann eine Firma eine solche Actionkamera gewinnbringend einsetzen? Hier ist vor allem das Stillen des immer grösseren Informationshungers der „Generation Digital“ eine probate Option:

  • Einfache Erklärvideos: Wie funktioniert die Federung eines Autos während der Fahrt? Wie schwingt die Saite einer Gitarre? Wie wird ein Smartphone zusammengesetzt? Was passiert in einer Grossbäckerei?
  • Neue Blickwinkel: Wie sieht eine Baustelle aus Sicht einer Last am Kranhaken aus? Was sieht ein Industrietaucher unter Wasser, was ein Monteur auf Strommasten?

Vor allem die extreme Robustheit gepaart mit der Wasserdichtigkeit der GoPro setzt hier praktisch keine Grenzen. Und: Es gibt praktisch keine Firma, die nicht irgendetwas Interessantes filmen könnte. Wegen ihres geringen Gewichts sind die Kameras nämlich auch die ideale Nutzlast für Drohnen. Und damit bekommt selbst ein schnöder Flug durch die Räume eines Kleidungsgeschäfts einen gewissen Hollywood-Touch – wenn er denn spannend gestaltet wird.

Zudem sind die Mediennutzer heute gewohnt, dass sie Einblicke in das Wie bekommen: Warum nicht einfach mal eine GoPro an einem Firmenmitarbeiter befestigen und es so ermöglichen, die Welt mit seinen Augen zu sehen: Was sieht ein Elektriker bei der Arbeit? Was ein Auslieferungsfahrer? Für die Ausführenden wirken diese Tätigkeiten vielleicht banal, für andere ist es jedoch hochinteressant.

Die goldene Regel lautet jedoch: Die Clips müssen kurz und knackig sein, maximal fünf Minuten. Also im Zweifelsfall eher nur eine Tätigkeit zeigen und dafür über mehrere Tage hinweg Videos posten anstatt ein langes Video zu zeigen.

3. Lachen ist gesund

Auch Fotos sind für die sozialen Netze unverzichtbar. Zumal heute mit jedem Smartphone Bilder in absoluter Profi-Qualität geschossen werden können – selbst von Laien – und deshalb ist diese Fototechnik auch in der Schweiz auf dem Vormarsch.

Im Sinne einer Firmen-Aussendarstellung kommt Fotos eine wichtige Nische zwischen Videos zu. Nämlich die der „snackbaren“ Kurzinformation.

  • „Ganz schön schwer: Hier hebt unser neuer Monteur Andreas den Motor eines Kundenfahrzeugs aus seinem angestammten Platz“
  • „Hoch hinaus: Heute ist das Team von Antennen-Büler auf dem Zürcher Prime Tower zugange“
  • „Jetzt wird’s schweisstreibend: Jagdhandel Müller hat für die kommende Saison gerade 50‘000 Schuss Jagdmunition geliefert bekommen, die unser Team jetzt einlagern muss.“

Wichtig ist dabei nur, dass beim Erstellen solcher Fotos einige wichtige Attribute beachtet werden

  • Sie sollten zumindest halbwegs den fotografischen Regeln entsprechen, um professionell zu wirken.
  • Sie sollten regelmässig, aber nicht zu oft gepostet werden.
  • Sie dürfen nicht sichtbar gestellt wirken.
  • Sie dürfen gerne auch die humorige Seite einer Firma zeigen.

Vor allem letzteres kann natürlich Überwindung kosten: Wer postet schon gerne als seriöses Unternehmen ein eher lustiges Motiv, das seine Angestellten bei einem Schabernack zeigt? Aber gerade solche Fotos (sofern sie nicht täglich gepostet werden) können das Salz in der Suppe sein. Denn sie zeigen, dass hinter der seriösen Fassade auch die lustigen Seiten des Lebens gewürdigt werden – und das kann schon ein Teamfoto sein, auf dem die Angestellten das klischeebehaftete „Duck Face“ oder „Fish gape“ auflegen: „Schlechte Klischees gibt es im Elektrohaus Albrecht nur für die Kamera – nicht jedoch bei unseren Arbeiten“.

Eine andere Möglichkeit kann die totale Umdeutung eines Fotos sein: Vor einigen Jahren machte ein Foto auf Facebook die Runde. Ein Selfie einer attraktiven jungen Dame. Eine Schreinerei markierte eine verschwommen im Hintergrund zu sehende Abschlussleiste an der Wand und schrieb darunter: „Schiefer Gehrungsschnitt an der Abschlussleiste. Das würde unseren Schreinern nicht passieren“. Alleine dadurch, dass kaum jemand beim Anblick der jungen Dame auf ein solches (scheinbar) irrelevantes Detail achten würde, hatte die Firma abertausende Lacher auf ihrer Seite – und wurde weit über die Grenzen ihres Stammsitzes hinaus bekannt.

4. Do’s und Dont’s

Die vielleicht wichtigste Regel sowohl bei Videos als auch Bildern lautet: Sie sollten nicht von oben herab wirken, sondern mit dem Kunden auf Augenhöhe kommunizieren. Wer mit hölzerner Stimme in erzwungenem Hochdeutsch aus dem Off Erklärungen abgibt, kann das beste Video uninteressant machen. Umgekehrt wirkt es aber viel realistischer, wenn beispielsweise ein Elektriker im schönsten Schwizerdütsch erklärt, wie er gerade einen Sicherungsautomaten installiert. Übrigens gilt diese Kundennähe auch für die Erklärung selbst: Wer nur in fachchinesischen Begriffen spricht, die niemand ausserhalb des Berufs versteht, kann sich das Erstellen des Videos gleich sparen – der Sinn ist ja, etwas dem Laien näherzubringen.

Ebenfalls wichtig: Nicht jeder Mitarbeiter einer Firma ist sowohl von den didaktischen Fähigkeiten als auch dem Technikverständnis zum Erstellen der medialen Komponente von Social Media geeignet. Im Zweifelsfall hilft es, zunächst einmal bei den Angestellten nachzufragen, die sich mit sowas auskennen – und das sind meist die Jüngeren.

Und dann sollte immer eins im Hinterkopf bleiben: Die überwiegende Zahl aller Social Media Konsumenten geniesst diese Plattformen in ihrer Freizeit und zum persönlichen Amüsement. Deshalb sollten alle Medien, die ein Unternehmen dort postet, auch den plattformtypischen, eher lockeren Tenor haben – gestelzte Informationen wirken schnell ebenso gezwungen, wie zwanghaft Lustiges.

Fazit

Durch Fotos und Videos können Unternehmen auf Social Media Plattformen potenzielle Kunden auf sich aufmerksam machen, ohne Unsummen für externe Firmen auszugeben. Wichtig ist jedoch immer, dass die Medien den Nutzungsgewohnheiten der User entsprechen und vor allem der Fokus auf Mehrinformation statt langweiliger Werbung liegt.

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