Yahoo «überarbeitet» die Weiterleiten-Funktion

Yahoo deaktiviert temporär die Weiterleiten-Funktion. Will man damit den Exodus verhindern?

» Von Florian Bodoky , 12.10.2016 14:46.

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Der Aufschrei war gross, als die angebliche Kooperation von Yahoo mit der US-Regierung bekannt wurde. Wie Reuters vor einigen Tagen berichtete, habe Yahoo auf Geheiss von US-Behörden den E-Mail-Verkehr mehrerer hundert Millionen Yahoo-Kunden nach bestimmten Begriffen durchsucht und eventuell auch Daten an die Behörden übermittelt. 

Dies habe viele Nutzer dazu veranlasst, den E-Mail-Dienst zu wechseln – oder zumindest wechseln zu wollen. Weil ein Wechsel der E-Mail-Adresse einen enormen Benachrichtigungs-Aufwand mit sich bringt, wollten die abwanderungswilligen User die automatische Weiterleitung aktivieren. Damit sollten Mails, welche allenfalls noch an die alte Yahoo-Adresse gelangten, ins neue Postfach weitergeleitet werden.

Doch diese Idee wurde von Yahoos Plänen zur «Verbesserung seiner Dienste» verunmöglicht: Suchte man nämlich nach der Funktion Auto-Forwarding (automatische Weiterleitung), wurde man darüber informiert, dass dieses Feature derzeit deaktiviert sei, da es sich «under development», also in der (Weiter-)Entwicklung befinde. 

Wörtlich begründete Yahoo die Massnahme folgendermassen: «While we work to improve it, we've temporarily disabled the ability to turn on Mail Forwarding for new forwarding addresses. If you've already enabled Mail Forwarding in the past, your email will continue to forward to the address you previously configured.»

Obwohl niemand Yahoos Wille zur Verbesserung in Frage stellen möchte, hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Yahoo so den Exodus, also eine grössere Zahl an abgewanderten Nutzern, mit fragwürdigen Methoden verhindern will. Sollte sich das als haltlose Unterstellung herausstellen, muss man aber dennoch festhalten, dass der Zeitpunkt für so ein Vorgehen äusserst schlecht gewählt ist. 

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