Swisscom will nervigen Call-Center-Anrufen das Handwerk legen

Jetzt wird mit der grossen Kelle angerührt. Die Swisscom lanciert einen Filter, der Call-Center-Anrufe abfangen soll.

» Von Florian Bodoky , 15.11.2016 12:09.

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Geht es nach der Swisscom, haben Festnetzkunden bald wieder Ruhe vor aufdringlichen Call-Center-Agents, die immer dann anrufen, wenn man am Esstisch sitzt oder in der Badewanne liegt. 

Ab dem 28. November geht nämlich die neue Filter-Funktion an den Start. Diese soll unerwünschte Anrufe bereits abfangen, bevor der Anruf zum Endkunden durchgestellt wird. Der Wunsch nach Ruhe sei auch der Swisscom nicht entgangen und belegt Platz 1 auf der Liste der Ärgernisse, wie Dirk Wierzbitzki, Produktchef Swisscom, weiss. 

Der Filter wird einerseits von einer zentralen Stelle aus geführt. Dafür fand der Branchenleader einen erfahrenen Partner mit Sitz in der Schweiz. Nummern oder Nummerranges, die bekanntermassen für solcherlei Aktivitäten verwendet wurden, landen auf dieser Liste und werden blockiert. Auch von Nutzern werden hinweise entgegengenommen, jedoch können Einzelmeldungen nicht immer berücksichtigt werden, da dies zu Missbrauch führe.

Weiter können Kunden in ihrem Swisscom-Login eine manuelle Sperrliste führen, die bis zu 200 Einträge erlaubt. Diese könne aber nicht bloss für Call-Center-Nummern, sondern auch für private Nummern benutzt werden. Last but not least haben Fixnet-Kunden die Möglichkeit, anonyme Anrufer generell Abweisen zu lassen. Dafür ist nur ein Haken bei der entsprechenden Option nötig. Wer weniger internet-afin ist, kann für die Aktivierung auch bei der Swisscom-Hotline anrufen. Der Service ist kostenlos, einzige Voraussetzung ist ein IP-Telefon.

Die Swisscom betont, dass sie zwischen «fairen» und «unfairen» Call Centern und ähnlichem unterscheidet. Auf der Spam-Liste landen jene Call Center, die sich nicht an die Etikette halten. Diese umfasst Anrufe zur Unzeit (frühmorgens, abends, sonntags) oder das Nicht-Respektrieren des Stern-Eintrags, dass die Unerwünschtheit von Werbe-Anrufen signalisiert. 

Experten begrüssen das Vorgehen des Telkos, jedoch bleibt eine gwwisse Rest-Skepsis was Spoofing anbelangt. Unter Spoofing versteht man das Anrufen mit gefälschten Nummern oder das missbrauchen bestehender Nummern, die eigentlich seriösen Unternehmen gehört. Oftmals kommen diese Anrufe aus dem Ausland zu Schweizer Providern. Da diese auch von Swisscom-Konkurrenten kommen können, bräuchte es für eine hundertprozentig sichere Spam-Massnahme eine Branchenlösung.

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