«Ich möchte bei Veritas eine Can-Do-Kultur etablieren»

Thomas Benz leitet seit Oktober die Geschicke des Datenspezialisten Veritas in der Schweiz und Österreich. Im Interview erläutert er seine Pläne und zeigt auf, womit sich IT-Entscheider in nächster Zeit auseinandersetzen sollten.

» Von George Sarpong , 27.10.2017 08:26.

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Sie sind seit Anfang Oktober Country Manager Schweiz und Österreich. Wie haben Sie das Unternehmen vorgefunden?

Veritas hatte schon immer eine starke Präsenz in der Schweiz. Von Beginn an habe ich die bestmögliche Unterstützung erhalten, sowohl von den lokalen Teams in Zürich und Wien als auch von meinen Kollegen auf europäischer und globaler Ebene. Mit Thomas Feil ist zudem ein erfahrener Channel-Manager an Bord gekommen, sodass ich mit einem kompletten Team Kunden bei den wichtigen Themen wie Data Management in der Multi Cloud, Compliance oder Software Defined Storage helfen kann.

Wie sieht Ihr Plan für die ersten 100 Tage aus? Oder anders gefragt: Was sind die grössten Aufgaben, die sie zunächst anpacken wollen?

Eine der wichtigsten Aufgaben ist bereits abgeschlossen, ich kann bereits heute auf ein starkes und sehr erfahrenes Team bauen. Im Unternehmen möchte ich eine vorwärtsgerichtete «Can Do»-Kultur vorleben und etablieren, um die neuen Lösungsthemen der Veritas auf dem Markt zu positionieren.
In einem weiteren Schritt muss es uns gelingen, dass unsere Partner die Vorteile unseres 360 Data Management Konzepts und seiner Einzelteile verstehen und beim Kunden richtig positionieren können. Jeder unserer bestehenden Kunden sollte auf C-Level Ebene diese Strategie und die daraus hervorgehenden Vorteile und Möglichkeiten kennen. Mit neuen Themen wie 360 Data Management, Multi- Cloud, Compliance und Software Defined Architectures wollen wir auch neue Kunden gewinnen.

Ihr Vorgänger Markus Mattmann stammte wie sie von Oracle. Wie kommt’s?

Es ist einerseits sicher Zufall, andererseits ist Oracle ein grosser und weltweit renommierter Arbeitgeber auf dem Gebiet professioneller IT Lösungen für Unternehmen. Veritas konnte in der jüngsten Zeit eine ganze Reihe kluger Köpfen von Oracle an Bord holen, angefangen beim Top Management bis hinunter zu den Sales-Teams in den jeweiligen Ländern.

In welchen Bereichen sehen Sie derzeit das grösste Wachstumspotenzial für Veritas in der Schweiz?

Ein grosser Trend ist der As-a-Service-Bereich, sowohl für Backup als auch für Disaster Recovery. Unsere Partner haben die Möglichkeit, zu Cloud-Anbietern zu werden. NetBackup, Backup Exec und die Veritas Resiliency Platform sind leistungsfähige Tools, mit denen Unternehmen ihre Daten in der Cloud hochverfügbar und hochsicher verwalten können. Ein komplett neues Feld sehe ich im Beratungsbereich. Mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung (GDPR) und der Novellierung des Schweizer Datenschutzgesetzes sollte bei den Unternehmen ein Hausputz ganz oben auf der Agenda stehen. Dafür brauchen Firmen geeignete Software und eine wirksame Strategie. Hier tappen viele allerdings noch im Dunkeln: So wird der Beratungsbedarf zu Themen wie der GDPR-Compliance ansteigen.

Mit welchen Trends sollten sich Schweizer IT-Entscheider derzeit auseinandersetzen?

Ganz klar mit der Multi-Cloud. Schon heute greifen unterschiedliche Abteilungen in größeren Firmen auf jene Dienste aus der Cloud zurück, die für ihr Geschäft am besten geeignet sind - sei es Google Analytics für Marketingaufgaben, Cloud Storage für die Datenhaltung, Azure für das Hosting von Legacy Applikationen. Zudem werden in bestimmten Bereichen mehrere Cloud-Anbieter für die gleiche Aufgabe eingesetzt, um Ausfallsicherheit zu erreichen und zu verhindern, sich per Vendor Lock-In zu sehr von einem Provider abhängig zu machen. Die Firmendaten werden auf verschiedene Cloud-Ecosysteme verteilt, mit komplexen Strukturen und Abhängigkeiten untereinander. Der Aufwand, in diesen Mischformen das Backup der Daten zu garantieren, die Compliance zu überwachen und die Hochverfügbarkeit der Dienste zu sichern, erfordert ein übergreifendes Lösungspaket, das mit den großen globalen und lokalen Cloud Anbietern zusammenarbeiten kann. Veritas hat daher mit den grossen Providern wie Amazon, Google, Microsoft oder IBM enge Partnerschaften geschlossen und treibt offene Konzepte wie OpenStack voran, um Kunden in diesem Multi-Cloud-Ökosystem zu unterstützen.

Ein wichtiges Thema für Veritas ist die europäische Datenschutzgrundverordnung (GDPR), die nächstes Jahr in Kraft tritt. Wie weit sind Schweizer Unternehmen bei der Vorbereitung auf die GDPR und wie unterstützen Sie Ihre Kunden hierbei?

Veritas hat zahlreiche Informationsveranstaltungen zu diesem Thema organisiert und ist auf großes Interesse gestoßen. Der Großteil der Unternehmen beschäftigt sich mit dem Thema und diskutiert entsprechende Projekte. In enger Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung entwickelt die IT-Abteilung nun Prozesse, um personenbezogene Daten in der Firma vor allem in den unstrukturierten Daten zu finden. Dies ist ohne Frage eine Mammutaufgabe, die ab Mai 2018 Firmen jeden Tag zu lösen haben werden. Sie lässt sich aber mit einer durchdachten Strategie und den richtigen Tools bewältigen. Veritas und seine Partner unterstützen die IT-Verantwortlichen mit entsprechenden Beratungsleistungen. Zudem bieten wir ein Produkt-Portfolio an, das speziell darauf abgestimmt sind, Unternehmen auf Dauer für GDPR und andere regulative Vorgaben fit zu machen.

Wo wollen Sie mit Veritas Schweiz in einem Jahr stehen?

In einem Jahr soll Veritas einer der führenden Anbieter für 360 Datenmanagement On-Premise und in der Multi-Cloud in der Schweiz sein. Weiterhin streben wir danach, strategisch wichtiger Technologiepartner für Zukunftsthemen zu sein, die über unser Kerngeschäft von Backup und Disaster Recovery hinausgehen - dazu gehören Compliance und Software Defined Architectures.

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