Cyber-Währung Bitcoin kommt aus der Schmuddelecke

Bitcoins legen ihr Schmuddel-Image langsam ab: die Krypto-Währung ist aktuell wertvoller als Gold, auch der erste börsennotierte Fonds steht angeblich in den Startlöchern.

» Von sda / reu, 06.03.2017 14:30.

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Lange wussten nur Computerfreaks mit Bitcoin etwas anzufangen. Fast ein Jahrzehnt nach ihrer Gründung wird die Digital-Währung aber auch für Otto Normalanleger langsam salonfähig. In den USA steht der erste börsennotierte Fonds (ETF) für Bitcoin in den Startlöchern.

Nach Einschätzung von Fachleuten wäre das der Durchbruch für die Währung, die in der Vergangenheit meist im Zusammenhang mit Geldwäsche oder illegalem Waffenhandel für Schlagzeilen sorgte.

«Bitcoin legt das Schmuddel-Image langsam ab», sagt Professor Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance & Management. «Die Genehmigung des ETF hätte eine Signalwirkung und das Vertrauen in die Krypto-Währung würde stark zunehmen.»

Bitcoin ist eine digitale Währung, die über hochkomplexe mathematische Algorithmen per Computer generiert wird und an speziellen Online-Börsen in reales Geld umgetauscht werden kann.

Für die seit 2009 existierenden Bitcoin stehen im Gegensatz zu klassischen Währungen wie Dollar oder Euro keine Regierungen und Zentralbanken ein, ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Firmen und Organisationen öffnen sich

Bislang sind Bitcoin vor allem in China populär, doch immer mehr Firmen und Organisationen in Europa und den USA öffnen sich dem Trend: So lässt Greenpeace etwa Spenden in der Cyber-Währung zu, beim Computerriesen Dell können Kunden damit einkaufen und Einwohner der Stadt Zug haben die Möglichkeit, bei der Stadtverwaltung mit Bitcoin zu bezahlen. Grossbanken wie die Schweizer UBS und die Deutsche Bank arbeiten an der Entwicklung eigener Cyber-Währungen.

Mit Spannung blicken Experten nun in die USA: Die Börsenaufsicht SEC will am 11. März entscheiden, ob der «Winklevoss Bitcoin Trust ETF» zugelassen wird. Der Antrag dafür liegt schon seit fast vier Jahren in der Schublade, immer wieder hat die SEC die Genehmigung wegen der Komplexität des ganzen Cyber-Währungs-Themas verschoben. Dass der ETF tatsächlich das Licht der Welt erblickt, ist Branchenkennern zufolge deshalb keine ausgemachte Sache.

Sollte es aber dazu kommen, wäre das Interesse riesig, ist sich FinTech-Analyst Spencer Bogart von der Investmentbank Needham & Co sicher. «Allein in der ersten Woche nach dem Start des ETF könnten ihm rund 300 Millionen Dollar zufliessen und der Bitcoin-Kurs würde massiv steigen - und das ist noch konservativ geschätzt.»

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