Der Arbeitsplatz von Morgen

Totale Mobilität wird den Arbeitsplatz von morgen bestimmen. Was für High-Tech-Konzepte werden aber diese Zukunftsvision verwirklichen?

» Von Thomas Vetsch*, 23.03.2017 14:30.

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Es gibt heute viele Berufe, in denen Mobilität als Grundvoraussetzung gilt. Berater bei einer grossen Wirtschaftsprüfung etwa sind viel unterwegs. Sie haben keinen festen Schreibtisch – wozu auch? Ein Berater arbeitet montags beim Kunden, am Dienstag im Büro und am Mittwoch ist er in England. Wenn er morgens dort ankommt, zieht er seine Personalkarte durch das Lesegerät; auf dem Display erscheint der Schreibtischplatz, der ihm heute zugewiesen wurde. Bis er dort angekommen ist, wurden sein Profil, seine bevorzugten Tools und Programme sowie sein Remote-Zugang zum Firmenserver bereits automatisch eingerichtet.

Dieses Szenario ist ein Beispiel für die Arbeit der Zukunft: nahtlose Übergänge zwischen allen Arbeitsorten, unabhängig vom Gerät oder vom Speicherplatz der Daten. In Zukunft wird nicht jeder Mitarbeiter zum Berater, doch die Vision vom unabhängigen Arbeiten wird schon bald Mainstream sein. Schon heute ist der Arbeitsplatz mehr ein Konzept als ein Ort. Vom Home Office über flexible Teilzeit und externe Mitarbeiter bis hin zu Meilensammlern wie einem Berater – die Flexibilisierung des Arbeitsplatzes hat längst begonnen.

Der Motor aller Arbeitsmodelle

Hinter dem Wandel steckt natürlich Technologie, vor allem die Cloud und Konzepte für die Verwaltung von Mobilgeräten. Die Schlüsselvoraussetzung für einen digitalen Arbeitsplatz ist der ortsunabhängige Zugriff auf alle benötigten IT-Ressourcen. Ganz gleich, wo ein Mitarbeiter tätig ist: Er muss jederzeit seine Geschäftsanwendungen, sensiblen Dokumente und persönlich gespeicherten Daten nutzen können. Hinzu kommen Kommunikations-Tools, um die Kooperation der Teams an allen Orten zu ermöglichen. Videokonferenzen, Skype, Messenger und E-Mail gehören heute schon zum Repertoire. Morgen werden auch Sharing-Plattformen nach dem Vorbild von Sharefile, SFDC und Google Drive vermehrt eingesetzt werden.

Was bedeutet diese Entwicklung nun für die Praxis der IT? Sie wird die neuen Formen der Arbeit ermöglichen müssen. Der Berater kann nur dann seine Arbeit machen, wenn die IT ihm den grösstmöglichen Nutzerkomfort mit hoher Performance zuverlässig liefert. Er will Dateien mit Kollegen tauschen, gemeinsam an Projekten arbeiten, auf jedem Rechner seine Anwendungen vorfinden und sein Büro auf dem Handy mit sich tragen. Hinzu kommen zusätzliche Anforderungen an Backups und Service. Gerade Mitarbeiter, die viel unterwegs sind, können ohne funktionierende Verbindung zum Server nicht arbeiten. Der IT-Service muss daher länger als bisher zur Verfügung stehen.

Auch die Automatisierung des IT-Service-Managements wird immer wichtiger. Projekt- und Abteilungsleiter wollen einfacher und schneller Ressourcen bereitstellen, auch und vor allem wenn ihr Team flexibel arbeitet. Schliesslich wäre es kontraproduktiv, auf die Bereitstellung eines neuen Servers Tage zu warten, während die Mitarbeiter untätig im Home Office sitzen. Technische Lösungen dafür gibt es bereits, die IT muss sie nicht neu erfinden: Filesharing, Collaboration-Plattformen, Desktop-Virtualisierung, Tools zur Netzwerkoptimierung, automatisiertes IT-Service-Management und Enterprise Mobility Management.

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