Test: iPhone 8 (Plus)

» Von Klaus Zellweger , 29.09.2017 14:35.

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iPhone 8 gegen iPhone X

Dieser Konflikt ist ungewöhnlich: Hier wartet das iPhone 8, gefüllt mit neuen Möglichkeiten. Die Welt könnte in bester Ordnung sein, doch das iPhone X (sprich: zehn) befindet sich bereits in Lauerstellung. Mit seinem Gesichtsscanner, dem schmalen Formfaktor und dem grösseren OLED-Display vereinnahmt es die ganze Aufmerksamkeit. Es ist schliesslich das Neue, das uns lockt. Doch lohnt es sich zu warten? Und warum gibt es überhaupt zwei Modelle?

Wenigstens auf die zweite Frage gibt es eine klare Antwort: Lieferschwierigkeiten. Nur das OLED-Display von Samsung erfüllt zurzeit die hohen Anforderungen von Apple. Der zweite Knackpunkt ist die fast schon absurde Menge an Komponenten, die benötigt wird. 2017 verkaufte Apple in jedem Quartal zwischen 41 Millionen und 78 Millionen iPhones. 78 Millionen brandneue Gesichtsscanner? 78 Millionen OLED-Displays von einem einzigen Hersteller? Das ist in der aktuellen Situation nicht zu machen.

Es ist deshalb absehbar, dass die Lieferfristen für das iPhone X vom Fleck weg in den Himmel schiessen werden. Im Internet wird zurzeit eine Produktionsmenge von gerade einmal 10’000 iPhone X pro Tag kolportiert, was nach Apples Massstäben dem sprichwörtlichen Tropfen auf dem heissen Stein gleichkommt.

Persönliche Einschätzung

Doch kann das 8 Plus überhaupt gegen die Verheissungen des iPhone X bestehen? Ich muss zugegeben: Ich mag das iPhone 8 Plus – sehr sogar und deutlich mehr, als es die Technik-Affinität vermuten liesse. Das bestens bekannte Design erinnert auf eine angenehme Weise an einen liebgewordenen Gegenstand: an das alte, aber sehr bequeme Sofa oder an das zuverlässige Velo, das einfach nicht kaputtgehen will, um Platz für ein neues zu schaffen.

Dabei ist das Gehäuse nur Tarnung. Im Innern pumpt die mit Abstand schnellste Smartphone-CPU auf dem Markt. Die Kamera bietet nicht nur eine hervorragende Bildqualität bei Schnappschüssen, sondern eröffnet durch das Porträtlicht ganz neue Möglichkeiten. 4K-Video mit 60 fps und H.265-Codierung? Das finden Sie zurzeit bei keinem anderen Smartphone. Der Fingerscanner arbeitet so schnell und zuverlässig wie immer. Und zu guter Letzt ist die Rechenleistung des A11 Bionic der Garant, dass bei den Augmented-Reality-Anwendungen gerade einmal an der Oberfläche gekratzt wurde.

Kurz, das iPhone 8 mag aussehen wie das iPhone 6, doch im Inneren arbeitet die schnellste Hardware. Stellen Sie sich einfach Usain Bolt im Flanell-Pyjama vor; das kommt der Sache ziemlich nahe.

iPhone 8 gegen iPhone 8 Plus

Immer mehr Menschen in meinem Umfeld griffen in der letzten Zeit eher skeptisch zu den Plus-Modellen, nur um kurz darauf einzustimmen: Wer sich einmal an das Plus-Modell gewöhnt hat, kann nicht mehr zurück. Ausserdem bietet das iPhone 8 Plus bei der Kamera handfeste Vorteile, die das Herz jedes Fotografen höherschlagen lassen. Die restlichen technischen Eigenschaften sind bei beiden Modellen die gleichen.

Anders gesagt: Wenn Sie zum kleineren iPhone 8 greifen, sollten Sie das mit einer inbrünstigen Überzeugung tun – oder Sie werden es später bereuen.

64 GB oder 256 GB?

Die Zeiten der 16-GB-iPhones sind längst vorbei. Mit 64 GB kommt man heute sehr weit – erst recht, wenn für Musik und Fotos auf Cloud-Dienst zurückgegriffen wird. Wenn Sie sich jedoch auf 4K-Videos mit 60 fps freuen, sollten Sie zum 256-GB-Modell greifen. Das wappnet Sie nicht für die Zukunft, sondern erhöht auch den Wert beim Wiederverkauf.

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