Test: iPhone 6 (Plus)

Das iPhone 6 wurde rundum erneuert und strotzt vor offensichtlichen Neuerungen. Aber die Raffinesse liegt auch im Detail.

» Von Klaus Zellweger , 29.09.2014 11:34.

weitere Artikel

Während vier Generationen wurde das Design des iPhones durch runde Ecken und flache Seiten geprägt. Davon ist kaum mehr etwas übrig. Das iPhone 6 geizt nicht mit Rundungen – das gilt nicht nur für die Ecken, sondern auch für die Stirnseiten. Diese führen zu einer fast schon zierlichen, sehr eleganten Anmutung. Mehr noch: sogar das iPhone 5s wirkt im Vergleich wie ein ungehobelter Aluminium-Klotz. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern …

Allerdings lässt sich das iPhone 6 nicht mit derselben Zuversicht halten, wie sein Vorgänger. Eben diese Rundungen und die polierte Aluminium-Rückseite lassen kein Gefühl der Sicherheit aufkommen – zumindest nicht am Anfang. Kleiner Tipp: Die Situation entspannt sich wesentlich, wenn auf der Rückseite eine schicke Folie aufgezogen wird. Eine grosse, gelungene Auswahl bietet zum Beispiel die kanadische Firma Nuvango.

Verarbeitung

Man muss kein Industrie-Designer sein, um zu sehen, was die Ingenieure bei Apple geleistet haben: Das iPhone 6 überzeugt mit einer perfekt verarbeiteten Mischung aus  eloxiertem Aluminium, Edelstahl und Glas. Display und Rahmen gehen so nahtlos ineinander über, dass man zwar den Unterschied zwischen den Materialien fühlt, nicht aber den Übergang selbst: Das Display wurde nicht einfach in das Gehäuse eingelassen, sondern ebenfalls an den Kanten gerundet.

Die Tasten sind deutlich flacher geworden. Die Standby-Taste wanderte ausserdem von der oberen an die rechte Seite, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Selbst nach einigen Tagen war der Reflex, auf die obere Stirnseite zu tippen, noch nicht überwunden.

Die Inneren Werte

Apple A8. Die Architektur des iPhone 6 wurde komplett auf Vordermann gebracht. Die A8-CPU ist rund 25 Prozent schneller die Vorgängerin. Das klingt nach wenig; allerdings ist der neue Prozessor laut Apple 50 Prozent effizienter. Das erlaubt eine längere Batterielaufzeit. Ausserdem kann der Prozessor beliebig lange unter Volllast betrieben werden, zum Beispiel bei aufwendigen Spielen.

Gerade bei Spielen zählt ausserdem die neue Grafiktechnologie Metal, die bereits bei der Keynote von iOS 8 vorgestellt wurde: Sie ist für die Apple-eigenen Prozessoren massgeschneidert und erlaubt eine effiziente, hardware-nahe Programmierung. Wenn Sie vor Ihrem Umfeld ein wenig mit der Grafik des iPhone 6 angeben möchten, sollten Sie die kostenlose Tech-Demo Zen Garden von Epic herunterladen.

M8 Co-Prozessor. Unterstützt wird die CPU vom genügsamen «M8 Motion Co-Prozessor», der die Daten des Beschleunigungssensors, des Gyrosensors und des Kompasses sammelt und auswertet. Eine App kann ohne Zutun der CPU die Bewegungen des Benutzers überwachen, sogar wenn sich das Gerät im Ruhezustand befindet. Unterdessen ist dieser Chip die Basis für unzählige Fitness-Apps. Neu ist auch ein Barometer dabei, das Höhenunterschiede protokolliert.

WLAN nach 802.11ac. Im Wifi-Netz wird jetzt das neuste Protokoll unterstützt, einen passenden Router vorausgesetzt.

NFC (Near Field Communication). Mit dem iPhone 6 hält NFC auch beim iPhone Einzug. Dieser Chip ist jedoch nur für das Bezahlen mit Apple Pay gedacht und für Entwickler (noch) nicht zugänglich. Alles Wichtige zu Apple Pay finden Sie hier.

Touch-ID

Und natürlich ist auch Apples Fingerscanner Touch ID an Bord. Bis zu fünf Finger lassen sich speichern, wobei jede Erfassung knapp eine Minute dauert. Anschliessend kann der Finger in einem beliebigen Winkel auf den Sensor gehalten werden, damit das Gerät entsperrt wird. Touch ID gehört zu den wichtigsten Alleinstellungsmerkmalen des iPhones, denn selbst ein Jahr nach der Einführung haben die Mitbewerber wenig zu bieten, was in die Nähe dieser Einrichtung kommt.

Unter iOS 7 konnte Touch ID nur zum Entsperren des Geräts und für Einkäufe im App-Store verwendet werden. Seit iOS 8 kann jede App dieses Sicherheitsmerkmal verwenden, zum Beispiel die Kennwort-Verwaltung 1Password (Test).

Der Nutzen dieses Sicherheitsmerkmals wurde also deutlich gesteigert, genauso wie das Tempo. Am iPhone 6 erfolgt die Entsperrung so unmittelbar, dass man meinen könnte, das Gerät sei ungeschützt. Meistens vergeht zwischen dem Drücken der Home-Taste und der Entsperrung eine geschätzte Viertelsekunde oder sogar noch weniger.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: im Grössenwahn

Werbung

KOMMENTARE

Armin Heinzmann: 29-09-14 19:08

Wieder mal ein riesiger Bericht von Klaus Zellweger über ein paar nette Features, die zwar für Apple neu sein mögen, aber bei den meisten anderen Herstellern im Android Lager längst Alltag sind ... und jedes Mal wenn ich einen Bericht eines Apple Jüngers über die neuen, grossen iPhones lese, kann ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, wenn ich lese, dass das iPhone ja gar nicht soooo gross und gar nicht sooo unbequem zu bedienen ist. Wie anders hat das noch vor kurzer Zeit aus diesem Lager über die ach so grossen und völlig unpraktischen Android Handys geklungen ....

Jakob Sperling: 29-09-14 15:35

Mike Shiva bietet diesen Dienst auch ohne App an, direkt über das Telefon. Allerdings auch nur gegen Vorauszahlung.

Mark Müller: 29-09-14 15:15

Apple soll soeben ein neues App angekündigt haben, welches verbogene iPhones wieder gerade biegt. Die Apple-Jünger sind beruhigt.

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.