Apple Watch 2 im Test

» Von Klaus Zellweger , 11.11.2016 15:23.

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WLAN-Ärger

Die Apple Watch gibt herzlich wenig Anlass zur Kritik – und gerade deshalb stösst die vermasselte WLAN-Funktion besonders sauer auf. Der Hintergrund: Die sonst so smarte Uhr verbindet sich normalerweise via Bluetooth mit dem iPhone, weil das den Akku schont. Wenn diese Verbindung jedoch abreisst (dicke Mauern, zu grosse Distanz etc.), verbinden sich die beiden Geräte via WLAN – vorausgesetzt, sie tummeln sich im selben Netz.

Das besagt zumindest die Theorie. In der Praxis funktioniert dieser Wechsel zum WLAN so gut wie nie. Denn im Gegensatz zum iPhone versteht sich die Apple Watch nur mit dem 2,4-GHz-, aber nicht mit dem 5-GHz-Band. Sie verbindet sich auch nicht selbstständig, sondern schwimmt im Kielwasser des iPhones. Entscheidet sich dieses für das 5-GHz-Netz, bleibt die Apple Watch draussen. «Bluetooth oder nichts», lautet die Devise – und das läuft fast immer auf «nichts» hinaus.

Dieses Ärgernis kennen wir bereits von der ersten Serie – und es ist nicht nachzuvollziehen, warum Apple diesen Makel nicht ausgeräumt hat. Die meisten Anwender würden wohl liebend gerne ein wenig Akkulaufzeit opfern, wenn die WLAN-Funktion dafür zuverlässig funktioniert. Apropos:

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist schwierig zu beziffern, weil sie direkt von der Art der Nutzung abhängt. Unter der Woche trage ich die Apple Watch von 6 Uhr bis ca. 23 Uhr. Während dieser Zeit aktiviere ich sie unzählige Male, um zu sehen, was los ist. Dazu kommen Timer, Wetterabfragen und andere einfache Aufgaben. Am Ende des Tages zeigt der Akku eine Restladung zwischen 25 und 45 Prozent.

Sie bringt mich also problemlos durch den Tag. Immer. Doch wenn beim Sport viel Musik gehört wird oder die Apple Watch für längere Telefongespräche verwendet wird, variieren diese Werte natürlich. Von den fünf Apple-Watch-Besitzern aus meinem Umfeld war die Akku-Laufzeit jedoch nie ein Thema. Und dass sie jeden Abend auf dem Nachttisch geladen wird, gilt bei allen Befragten als selbstverständlich.

Apple Pay

Keine Übertreibung: Meine Frau besteht unterdessen darauf, das Haushaltsgeld mit Apple Pay zu verjubeln, wann immer es möglich ist. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Nützlichkeit ist mindestens so unbestritten wie der «Coolness-Faktor»: Durch zweimaliges Drücken der Seitentaste wird die hinterlegte Kreditkarte für eine Minute aktiviert. Innerhalb dieser Zeitspanne reicht es, die Apple Watch in die Nähe des NFC-Terminals zu halten, um den Bezahlvorgang abzuschliessen. Das dauert aufgerundet etwa eine Sekunde und erfüllt die anderen Leute in der Schlange nicht nur mit Erstaunen, sondern auch mit Erleichterung: Keine andere Bezahlweise reicht beim Tempo an Apple Pay heran – es geht also vorwärts.

Nur wer mit Apple Pay schon einmal bezahlt hat, weiss den Komfort zu schätzen. Das Portemonnaie bleibt, wo es ist. Kein ekliges Bargeld wird in die Hand genommen. Dabei wird nie nach der PIN gefragt, selbst wenn der Betrag in den vierstelligen Bereich rutscht, denn Apple Pay gehört heute zu den sichersten Bezahlungsmethoden überhaupt. (Mehr dazu hier.)

Dank der hohen Dichte von NFC-Terminals funktioniert Apple Pay in der Schweiz in den meisten Geschäften, darunter auch Aldi, Coop und Migros sowie Kiosken. Dabei muss das Geschäft Apple Pay nicht selbst unterstützen. Es reicht, wenn sich das Terminal mit NFC versteht – und das ist in der Schweiz eher der Normalfall als die Ausnahme. Auch Zahlungen im Ausland sind möglich, wenn die Terminals mit NFC ausgerüstet sind.

Unterstützte Kreditkarten

Allerdings unterstützen noch nicht alle Kreditkartenherausgeber diesen Dienst. Zurzeit sind folgende Karten dabei:

  • Bonus Card (Kredit- und Prepaid-Karten von Visa)
  • Cornèrcard (Kredit- und Prepaid-Karten von MasterCard und Visa)
  • Swiss Bankers (Prepaid-Karten von MasterCard)
  • Swisscard (Kreditkarten von American Express, Mydrive, Neutral MasterCard, Pointup, Swiss Miles & More)

Fazit

Die Apple Watch Series 2 geht den Weg der konsequenten Weiterentwicklung. Die Resistenz gegen Wasser und das eingebaute GPS-Modul richten sich in erster Linie an die Sportler. Das hellere Display und das höhere Tempo kommen allen zugute. Mit watchOS 3 wurden ausserdem unzählige Kanten geschliffen, sodass die Bedienung noch einfacher geworden ist. Die etwas vermasselte WLAN-Funktion kostet die Apple Watch Series 2 die Höchstwertung. Dessen ungeachtet bietet sie iPhone-Besitzern den besten Einstieg in die neue Welt der Smartwatches.

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