Test: Arbeiten am Bahnhof

Swisscom stellte während zwei Monaten einen Arbeitsplatz an den Bahnhöfen Basel, Bern und Luzern zur Verfügung. Computerworld nahm das Pilotprojekt «OpenWorkBox» unter die Lupe.

» Von Reto Vogt , 18.03.2011 16:58.

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Die unkomplizierte Anmeldung erfolgt nach einer kurzen Registrierung über www.openworkbox.ch. In der Bestätigung per E-Mail und SMS verschickt Swisscom einen sechsstelligen PIN-Code, der zum Zutritt in die OpenWorkBox berechtigt. Beim Betreten des stationären Büros am Bahnhof Bern treffe ich auf einen aufgeräumten, hellen Arbeitsplatz. Die Fläche von etwas mehr als drei Quadratmetern kommt mir zunächst etwas unterdimensioniert vor, aber sobald sich die Türe schliesst und ich mich in die Arbeit vertiefe, stören die engen Platzverhältnisse nicht mehr. Überraschenderweise behindern auch die üblichen «Bahnhofsgeräusche» wie die Durchsagen oder vorbeilaufende Menschenmengen aufgrund der guten Schallisolierung und des dezentralen Standortes nicht. Aufmerksame Passanten nutzen aber teilweise die Gelegenheit, um einen Blick in den Arbeitskasten zu werfen und mich anzugrinsen.

Swisscom stellt den OpenWorkBox-Benutzern während der Testphase kostenlos Strom, Internetzugang (LAN und WLAN), Drucker/Kopierer und ein doch sehr eingeschränktes Video-Konferenzsystem zur Verfügung. Über Letzteres lassen sich während dem Pilotprojekt lediglich Verbindungen mit den zwei anderen Arbeitskästen in Basel und Luzern Kontakt aufnehmen. Während der halben Stunde, die ich in der OpenWorkBox verbringe, liess sich jedoch kein Gesprächspartner auftreiben.

Vermisst: Ladekabel

Im spartanisch eingerichteten Raum integrierte Swisscom einen Schreibtisch mit Sitzplatz sowie ein Stehpult und eine Möglichkeit, die Beine hochzulagern. Dazu findet sich ein Multifunktionsgerät von HP sowie ein Monitor für die erwähnte Videotelefonie. Dieser lässt sich per bereitgestelltem VGA-Kabel zudem ans eigene Notebook anschliessen, um mit einem grösseren Bildschirm zu arbeiten.

Nicht mit dabei sind Ladekabel für Notebook und Handy. Je nach Aufenthaltsdauer müssen diese damit selbst mitgebracht werden. Drucken lässt sich über HPs ePrint-Technologie per E-Mail. Das funktioniert tadellos. Wer auf seinem Rechner Admin-Rechte besitzt, soll den nötigen Treiber installieren und somit zusätzlich den Scanner nutzen können. Windows 7 streikt hier allerdings und will die richtige Software partout nicht finden.

Pilotprojekt bald zu Ende

Unter www.openworkbox.ch lässt sich noch bis zum 25. März 2011 ein Büro in Basel, Bern und Luzern für maximal 90 Minuten reservieren – kostenlos. Danach beendet Swisscom die Testphase und will die gemachten Erfahrungen auswerten. Ob und wann Swisscom mit ähnlichen Angeboten an Bahnhöfen, Flughäfen oder Messegeländen startet und was diese kosten, will das Unternehmen frühestens im Mai 2011 bekanntgeben.

Fazit: Die OpenWorkBox von Swisscom bietet ein kleines, fast vollständig ausgerüstetes Büro an zentraler Lage. Wenn der Anbieter ein einfaches Reservierungs- und Abrechnungssystem bietet, hat der stationäre Arbeitsplatz sehr gute Chancen, sich im Markt zu etablieren.

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