Zwei Schritte vor, einen zurück

» Von Christian Fichter, 30.01.2007 09:25.

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Licht und Schatten

Über alles gesehen schenken sich die beiden Bewerber nichts - mal ist das P990i etwas besser, dann wieder das Tytn. Die Unterschiede sind mehr oder weniger Geschmackssache. Alles in Butter also und keine Wünsche mehr offen? Keineswegs. Denn was in der Theorie so wunderbar klingt, verliert seinen Glanz bei eingehender Betrachtung im mehrwöchigem Praxiseinsatz.

Beide Hersteller haben versucht, alles Mögliche in ihre Musterknaben reinzustopfen. Doch leider ging dabei auch alles Mögliche schief. Die Liste der Kinderkrankheiten ist so lang, dass diese hier nicht erschöpfend aufgezählt werden können. Um mit dem P990i zu beginnen: Dessen Funkqualität ist richtig schlecht. Die Sprachverbindung klingt zwar ordentlich, bricht aber häufig ab, auch in gut versorgten Gebieten. Die eingebaute Agenda bietet neben Grundlegendem einige ausgefuchste Funktionen, lässt es jedoch an der Stabilität missen. Im Test stürzte die gesamte Kalenderapplikation unzählige Male ab - soweit, dass sich ihr Inhalt nicht einmal mehr löschen liess. Damit sind die Smartphones in derselben Situation, wie sie vor einigen Jahren noch dem PC vorbehalten war: Ist das System erst richtig kaputt, so kommt man um eine Neuinstallation nicht mehr herum.

Ganz zu schweigen von der Geschwindigkeit. Dank Sub-Pixel-Rendering und Tausenden von Farben sieht alles hübsch aus. Aber was nützt es, wenn Menüs teilweise mehrere Sekunden brauchen, bis sie sich entfalten? Und überhaupt - warum sollten sich Menüs entfalten müssen? Es wäre reichlich Platz auf dem grossen Schirm vorhanden, um die gerade relevanten Funktionen immer nur einen Klick weit weg zu platzieren. Einmal ganz abgesehen von der inkonsistenten Bedienung, die sich nicht zwischen Handy und Computer entscheiden kann und den Benutzer über den Weg zum Ziel meist im Unklaren lässt. Ein regelrecht peinlicher Zeuge der flüchtigen Entwicklung oder mangelnden Qualitätskontrolle sind auch die zahlreichen unnötigen Abkürzungen, obwohl genügend Platz vorhanden wäre: «Verb.manager» steht da etwa. Die eingebaute Zwei-Megapixel-Kamera hat zwar einen Autofokus und ein LED-Licht, schiesst aber dennoch meist unscharfe Bilder. Das praktische Fünf-Wege-Bedienrädchen des Vorgänger-Modells wur-de durch einen unpräzis zu bedienenden Wippschalter ersetzt - wohl ein Tribut an das, was alle anderen machen, auch wenn es eigentlich schlechter ist.

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