Datacenter im Fokus - die Rechenzentralschweiz

Die CKW Fiber Services AG betreibt seit Anfang Juli 2015 das grösste Rechenzentrum der Zentralschweiz. Die Herausforderung: Das neue RZ musste höchsten Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Effizienz genügen.

» Von Lindo Grossert für Schneider Electric (Schweiz) AG, 21.09.2015 15:00.

weitere Artikel

Weitere Informationen

 

Schneider Electric Schweiz AG
Schermenwaldstrasse 11
3063 Ittigen
Tel. +41 31 917 33 33

www.schneider-electric.ch

Wie kommt ein Energieversorger dazu, ein Rechenzentrum zu betreiben? Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) verlegt in ihren Stromtrassees laufend Glasfaserstränge und verfügt damit über ein leistungsfähiges Netz. Die 2011 gegründete Tochterfirma CKW Fiber Services AG, kurz CFS, konzentriert sich auf die Vermarktung dieses Netzes. Der Kundenstamm der CFS umfasst neben Geschäfts-und Wholesale-Kunden auch fast alle Gemeinden des Kantons Luzern. Rechenzentren sind daher ein wichtiger Bestandteil des Angebots der CFS, das erste wurde bereits Ende 2011 in Betrieb genommen.

«Die Rechenzentren konzentrieren sich in der Deutschschweiz hauptsächlich auf den Raum Zürich», erläutert Dieter Moser, Vorsitzender der Geschäftsleitung von CFS. «In der Zentralschweiz besteht jedoch auch ein Bedürfnis nach solchen Anlagen. Dies vor allem aus zwei Gründen: Zum einen bevorzugen lokale Kunden ein regionales Angebot. Zum andern interessieren sich auswärtige Kunden für ein zweites, geografisch getrenntes Zentrum, um ihre Daten zu spiegeln.»

STANDORTSICHERHEIT: 92 KRITERIEN

Um in diesem Marktumfeld möglichst schnell ein attraktives Angebot mit Rack Spaces, Rack Lounges und White Spaces zu schaffen, sollte die bestehende Kapazität mit einem grossen Rechenzentrum massiv erweitert werden. Die Sicherheit war dabei das Hauptkriterium. Einerseits wegen der Sensibilität der hier gelagerten Daten und andererseits aufgrund der unabsehbaren Folgen, die ein auch nur vorübergehend eingeschränkter Zugriff nach sich zöge. Die Sicherheit musste auf allen Ebenen gewährleistet sein. «Es begann schon mit der Standortfrage», sagt der Leiter Infrastruktur & Betrieb bei CFS, Werner Helfenstein. «So durften mögliche Standorte keine elementaren Risiken aufweisen.

» Insgesamt wurden die ins Auge gefassten Standorte anhand von nicht weniger als 92 Kriterien untersucht, die in eine Beurteilungsmatrix einflossen. Berücksichtigt wurden unter anderem:

- Äussere Ereignisse, zum Beispiel Vollbrand oder Gefahrengut-Transport in der Umgebung. Dazu gehören auch Naturereignisse wie Starkniederschlag, Überschwemmung, Erdrutsch und Erdbeben.

- Innere Ereignisse wie ein Brand im Gebäude oder ein Wassereinbruch

- Gebäude-Fehlfunktionen, etwa ein grossflächiger Stromausfall oder ein Ausfall der externen
Wasserversorgung

- Betriebliche Ereignisse, etwa im Zusammenhang mit dem Personal, oder auch Vermögensdelikte und politisch motivierte Handlungen.

Aus dieser gründlichen Analyse ergab sich letztlich ein Standort am Stadtrand von Luzern. Dieser weist eine hervorragende Risikobilanz auf.

VERFÜGBARKEIT: TIER IV

«Mit dem geeigneten Standort ging es ans konkrete Projekt und auf die Suche nach ersten Kunden », fährt Dieter Moser fort. Mit der Suva gewann man bald einen sehr grossen und wichtigen Kunden. Damit flossen auch deren äusserst hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit mit ins Design ein. «Die Tier-IV-Funktionalität mit einer Verfügbarkeit von 99,99 Prozent war damit Pflicht. Doch für uns als Tochter eines Stromversorgers war es ohnehin das Ziel, diesbezüglich auf dem höchsten Niveau zu sein», meint Moser. Daher verfügt das Rechenzentrum nicht nur bei den Servern und der dafür notwendigen Kühlung, sondern auch bei der Stromversorgung eine vollständige Redundanz. Sollte es entgegen aller Wahrscheinlichkeit zu einem Stromausfall kommen, würde die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) verzögerungsfrei übernehmen. Auch diese ist samt ihren Batterieräumen redundant ausgelegt. Schliesslich überbrücken zwei grosse Notstromaggregate, falls ein Stromunterbruch die Batterien erschöpfen sollte. Das Rechenzentrum könnte sich im Notfall auf Wochen hinaus autonom mit Strom versorgen. Die Infrastruktur für die Sicherheit belegt weit über die Hälfte der Nutzfläche.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Ökonomisch & Ökologisch

Firmenfachbeitrag als PDF downloaden

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.