DevOps - das richtige Schuhwerk für den digitalen Gipfel

Alle suchen das richtige Geschäftsmodell, um in der mobilen und digitalen Welt erfolgreich zu sein – und versäumen dabei, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Für Mobile & Digital braucht es bestimmte technologische Voraussetzungen, die die wenigsten Unternehmen erfüllen. Ein neues Konzept namens DevOps ist nun in aller Munde. Und obwohl es die IT-Welt ziemlich aufrüttelt, wird es dem Business noch viel Freude bereiten.

» Von ELCA Informatik, 16.06.2015 09:00.

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Die digitale Transformation ist eine Reise und die beginnt mit dem ersten Schritt. Man kann vom Gipfel träumen, doch es braucht gute Vorbereitung und die richtige Ausstattung, um ihn wirklich zu erklimmen. Ähnlich geht es den Unternehmen: Auf der Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell für die immer mobiler und digitaler werdende Welt, übersehen und versäumen sie, sich richtig aufzustellen. Denn unabhängig vom konkreten Geschäftsmodell (oder dem konkreten Gipfel), stellt die mobile und digitale Welt spezifische Anforderungen an die Unternehmen.

Wer in der digitalen und mobilen Welt erfolgreich Geld verdienen und profitabel sein will, muss im Zuge der Consumerization die hohen Kundenerwartungen bedienen: 24/7-Verfügbarkeit der digitalen Angebote, eine hohe Innovationsrate sowie fast täglich neue Funktionalitäten oder Verbesserungen, die in das System oder Produkt integriert werden müssen. Das heisst, es braucht eine extrem hohe Dynamik und Agilität, da viel mehr Software-Updates entwickelt werden und viel häufiger live gehen müssen als früher. Gleichzeitig darf trotz der vielen Updates das System nicht ausfallen, was zu Kundenverlust und Umsatzeinbussen führt.

Leider stehen sich die Unternehmen hier selbst im Weg: Bisher sind bei den meisten die Softwareentwicklung (Development) und der IT-Betrieb (Operations) organisatorisch voneinander getrennt und haben eher gegeneinander gearbeitet. Will Development auf Wunsch vom Business mehr Upgrades machen, stellen die ständigen Releases aus Sicht des IT-Betriebs ein potentielles Risiko für die Systemstabilität dar. Die folgenden Beispiele zeigen die divergierenden Interessen anschaulich auf: Manche Unternehmen geben bis zu 80 Prozent ihres IT-Budgets für Betrieb und Wartung aus. Das heisst, ziemlich wenig Budget fliesst in neue Entwicklungen und Innovationen. Gleichzeitig sind Änderungen wie Releases mit ebenfalls ca. 80 Prozent der Hauptgrund für Systemausfälle und Downtimes – die Operations vermeiden will.

DevOps: Google und Facebook machen es vor

Das DevOps-Konzept – eingeführt von Internetriesen wie Facebook und Google – bietet nun endlich eine Antwort auf diese verzwickte Situation und etabliert damit gleichzeitig die Grundvoraussetzung, um im Mobile- und Digital-Bereich erfolgreich zu sein. Der aus Development (Entwicklung) und Operations (Betrieb) zusammengesetzte Begriff beschreibt das Zusammenführen und die intensivere, agile Zusammenarbeit von Softwareentwicklung und IT-Betrieb.

Gemeinsam als ein Team sollen Entwicklung und Betrieb die Verantwortung für den kompletten Lebenszyklus von Software-Applikationen übernehmen. Für die Umsetzung dieses Konzepts braucht es bestimmte Infrastrukturen, Abläufe und vor allem Automatisierungen, die etabliert werden müssen – und das ist die grosse Herausforderung. Die kontinuierliche Lieferung wie auch die Live-Schaltung neuer Software-Releases muss standardisiert und automatisiert werden und so häufig passieren, dass ein neues Release zum (stabilen) Alltagsgeschäft wird.

So implementiert das DevOps-Konzept eine wirkliche End-to-End-Agilität in der IT, indem die bisher unregelmässigen und grossen Releases abgelöst werden durch häufigere, kleinere Releases. Durch die höhere Frequenz steigt die Systemstabilität, weil sich die Zeitabschnitte zwischen den Releases verkürzen, während sich das Business über die beschleunigte Time-to-Market freut.

Kontinuierliche Updates machen Agilität und Stabilität zum Alltag

ELCA hat sich intensiv mit DevOps beschäftigt und ihre eigene agile Projektmethodologie um die DevOps-Idee erweitert. Seit längerem setzen wir DevOps erfolgreich ein: zum einen in verschiedenen Kundenprojekten, zum anderen für unsere eigene Lösung SecuTix. Die Kunden unserer SecuTix-Kunden sind Endverbraucher, die ihre Veranstaltungstickets rund um die Uhr bequem von überall und jedem Gerät erwerben möchten. Sie verlangen, dass die Lösung immer verfügbar ist, so nutzerfreundlich wie nur möglich und gleichauf mit den neuesten Technologien. Dafür bedarf es häufigerer Updates; zwei bis drei Software-Updates pro Jahr können diese Anforderungen nicht abdecken.

Hinzu kommt, dass die verschiedenen Organisationen wie die Opéra de Paris, die UEFA oder die Olma, die die Software-as-a-Service-Lösung SecuTix einsetzen, individuelle Anforderungen an die Lösung haben, die ebenfalls in die mandantenfähige Architektur von SecuTix integriert werden müssen. Dies beschleunigt noch einmal den Bedarf und das benötigte Tempo an Updates. Aktuell veröffentlicht SecuTix rund 150 Software-Releases pro Jahr – vor einigen Jahren waren es im selben Zeitraum zwei. Ermöglicht hat diese immense Steigerung die «Software-Factory», die wir aufgebaut haben und die Agilität und DevOps zusammenbringt. Der Name ist vom Zweck abgeleitet: Die Software-Fabrik produziert mithilfe von Automatisierung und Standardisierung neue Software in sehr hohem Tempo und schaltet diese nahezu täglich live.

Software-Fabrik: nicht das Auto, sondern das Fliessband bauen

Die Unternehmen, die DevOps umsetzen möchten – und das sind gemäss einer kürzlich erschienenen Studie immerhin über 70 Prozent der Schweizer Unternehmen –, stehen also vor einer grossen Aufgabe. Neben dem Aufbau von DevOps-Kompetenzen müssen sich vor allem die Arbeitsweise, die Organisation und auch die Strukturen in der IT komplett ändern. Der klassische Design-Build-Run-Zyklus, der die Konzeption, die Entwicklung und den Betrieb von Software in drei Schritte oder Phasen aufteilt, wird ersetzt durch eine zusammenhängende Prozessschleife, die den gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zum Betrieb abdeckt, wobei der Betrieb direkt wieder in die Planungsphase für Verbesserungen übergeht.

Um das DevOps-Konzept umzusetzen, braucht es die effektive Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und dem Betrieb – das heisst:

  • Gemeinsame Umgebungen und eine gemeinsame «Pipeline» für Software
  • Enge Kollaboration und tägliche Meetings, in denen Probleme gemeinsam gelöst werden
  • Gemeinsame Tools, die von beiden genutzt werden
  • Einen hohen Grad an Automation beim Testing und Application Monitoring
  • Ein proaktives Business-Monitoring, das umgehend Fehlerquellen oder Optimierungspotenzial aufzeigt.

Gerade Unternehmen mit einem 24/7-Omnichannel-Geschäftsmodell und/oder jene, die eine gewissen Grösse im Hinblick auf die Softwarelieferungen erreicht haben, sollten sich intensiv mit DevOps auseinandersetzen, da sie intensiv von dem Konzept profitieren können.

DevOps ist kein alleinstehendes Projekt. Bildlich gesprochen steht DevOps nicht für ein produziertes Auto (oder ein abgeschlossenes Projekt), sondern vielmehr für den Aufbau des Fliessbands oder der ganzen Fabrik, um den Produktionsprozess für Software zu standardisieren und so auch zu stabilisieren. Daher bietet ELCA ihren Kunden neu die «Software-Factory-as-a-Service» und hilft ihnen dabei, die DevOps-Arbeitsweise und die dafür nötigen Prozesse, Strukturen und Tools umfassend in ihrer IT-Organisation zu verankern.

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