Solothurn: Harte Kritik am Linux-Ausstieg

Im Solothurner Kantonsrat werden kritische Stimmen wegen dem Umstieg von Linux auf Windows laut.

» Von Harald Schodl , 17.12.2010 11:44.

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Ausgelöst durch die Interpellation «IT Strategiewechsel des Kantons» von René Steiner (EVP) wurde diese Woche im Solothurner Parlament die Thematik rund um den Linux-Desktop-Ausstieg diskutiert.  Dies berichtet die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit. Steiner hätte dabei unter anderem den Verdacht geäussert, «dass der Wechsel zu Windows nicht einer fundierten Wirtschaftlichkeitsrechnung entspringt, sondern eine emotional geprägte Frustreaktion sei».

Als Beispiel habe er angeführt, dass sich Beschwerden von Anwendern vor allem auf die Mail-Lösung Scalix bezogen hätten. «Anstatt deswegen die Arbeit von zehn Jahren über Bord zu werfen und auf Windows zu migrieren, hätte man anstelle von Microsoft Outlook andere Open-Source-Produkte einführen können, die das Problem ebenfalls gelöst hätten», wie es in der Medienmitteilung der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit heisst.

Steiner habe darauf hingewiesen, dass der Kanton beim Bezug der Nachfolgeprodukte das Beschaffungsrecht beachten müsse. Also eine hersteller- und produktneutrale Ausschreibung stattfinden soll. Andernfalls würde Solothurn das Risiko eingehen, dass wie bei der Bundesverwaltung eine Beschwerde eingereicht wird.

Wie die «Solothurner Zeitung» berichtet, hat der dortige Regierungsrat nun den Auftrag, den Aufsichtskommissionen «periodisch über die Umsetzung der Informatikstrategie zu rapportieren». Nur die CVP/EVP/GLP-Fraktion und die Mehrheit der SP-Fraktion hätten eine Berichterstattung an den gesamten Kantonsrat verlangt, heisst es in dem Artikel weiter.

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KOMMENTARE

Silas Arn: 20-12-10 09:26

Ich versuche mal zu erklären, was Open Source ist:

Unter Open Source versteht man meist Programme, deren Code für alle gratis verfügbar ist und jeder daran weiterentwickeln kann - unter der Bedingung, dass er den Code wieder gratis zugänglich macht. Das ist für diverse IT-Grössen (Intel etc.) interessant, da sie sich viel Arbeit sparen können.

Mark Shuttleworth (Superreicher) hat Ubuntu, ursprünglich als gemeinnütziges, Projekt ins Leben gerufen um eine Linux-Version (Distribution) zu erschaffen, die für normale Menschen angenehm bedienbar ist. Die Verbreitung in Afrika lässt zu wünschen übrig, aber die Bedienbarkeit ist gegeben.

@Marco Kummer das stimmt überhaupt nicht. Vor 5-10 Jahren hätte ich dir noch zugestimmt. Seit Ubuntu eine gewisse Grösse erreicht hat ist Linux durchaus praxistauglich, auch für weniger versierte Anwender. Es gibt nur höchst selten Probleme mit Treibern. - Und da du die Gleichung machst zeigst du, dass du Open Source nicht verstanden hast.

Marco Kummer: 18-12-10 12:01

Manche Leute wollen anscheinend nicht einsehen, dass Open Source an wichtigen Stellen einfach nicht in Frage kommt. Windows ist sub-optimal, darüber lässt sich kaum streiten. Leider kann man aber auch nicht übersehen,dass das Modell Linux noch in den Kinderschuhen steckt. Bei Treibern, Linux-Distributionen und Produkten dazu herrscht ein absoluter Dschungel. Aus meiner Sicht wird das auch so bleiben. Denn wie heisst es so schön: "Von nichts kommt nichts". Würde jemand dem Kanton anbieten, künftig alle Gebäude zum reinen Materialpreis zu bauen, dann wären jedenfalls alle skeptisch. Bei der Software leuchtete diese Gleichung scheinbar niemanden ein...

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