Schweizerisch-ukrainische Messenger-App sagt WhatsApp Kampf an

» Von Johannes Brinkmann, sda, 18.05.2017 15:45.

weitere Artikel

Hohe Ziele

Der Ukrainer hat mit der Entwicklung der App im Jahre 2013 begonnen. Mittlerweile ist auch der aus einer Familie mit russisch-deutsch-niederländischen Wurzeln stammende Rubinberg eingestiegen. Der 33-Jährige besitzt zusammen mit Konovalov je die Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen TIW mit Sitz in Cham und einem Büro in Zürich.

Rubinberg wuchs in Kirgistan auf und kam mit fünf Jahren nach Deutschland, wie er am Rande der Medienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda erzählte. Mit 16 gründete er eine Handelsfirma, die Elektronikgeräte wie beispielsweise Fernseher von China nach Deutschland verkaufte. Dieses Unternehmen hat Rubinberg gemäss eigenen Angaben gut veräussert. Das Geld investierte er in deutsche IT- und Industriebeteiligungen.

Mehrere Millionen seien in die Entwicklung von Drotr geflossen, sagte Rubinberg, der vor zehn Jahren mit seiner Firma in die Schweiz gekommen ist. Und jetzt soll mit dem offiziellen Start der App die nächste Stufe gezündet werden: Derzeit liefen Verhandlungen mit privaten und institutionellen Investoren für die weitere Expansion. Man beabsichtige, 100 Millionen Franken zusammenzubekommen.

Geschäftsmodell vage

In der Schweiz hat die Firma TIW derzeit 20 Angestellte. Weitere würden gesucht. Die Entwicklung der App geschehe allerdings in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wo 50 Mitarbeiter tätig sind. In der Schweiz seien Programmierer knapp und ausserdem deren Löhne zu hoch, was sich TIW nicht leisten könne, sagte Rubinberg.

Wie Drotr Geld verdienen will, blieb vage: Die App solle gratis und werbefrei bleiben, sagte Rubinberg. Auch wolle man im Gegensatz zu US-Konkurrenten keine Daten der Nutzer verkaufen.

Stattdessen werde der Messenger mit Funktionen erweitert. So soll man beispielsweise mit Drotr Geschenke wie etwa einen Blumenstrauss mit nur wenigen Klicks verschicken können. Damit müssen die Nutzer nicht mehr auf andere Internethändler zugreifen. «Aus der Kooperation mit solchen Partnern erwarten wir für uns Verdienstmodelle», sagte Rubinberg. Konvalov erklärte, innert drei Jahren die Gewinnschwelle erreichen zu wollen.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.