DSAG fordert: «SAP muss ihr Preismodell ändern, das alte passt nicht mehr zum Geschäft»

DSAG-Mitglieder wollen ein Pricing, das besser zum heutigen Geschäft passt. Bezahlt werden soll pro Transaktion, nicht mehr pro Volumen, pro User und mit fixer Vertragslaufdauer.

» Von Michael Kurzidim , 27.09.2016 14:49.

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In der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) haben sich Schweizer, deutsche und Österreichische SAP-Kunden zusammengeschlossen. Auf dem Jahreskongress der Gruppe werden Probleme diskutiert, Trends evaluiert und Optionen für die Zukunft ausgelotet. Normalerweise finden die Sessions hinter verschlossenen Türen statt und unterliegen strengen NDAs. Der stellvertretende DSAG-Vorsitzende Andreas Oczko verriet Computerworld - ohne Namen zu nennen - was SAP-Kunden unter den Nägeln brennt.

Herr Oczko, die DSAG fordert ein echtes Pay-per-Use-Preismodell für Kunden, die die SAP Cloud nutzen. Was macht die SAP bislang falsch?

Andreas Oczko: Es geht dabei nicht nur um die Cloud, sondern darum, wie wir uns in Zukunftstechnologien wie dem Internet der Dinge (IoT) bewegen. Kunden wissen in der Regel nicht, wie ihr Geschäft laufen wird. Eine Bepreisung, die sich am Umsatz orientiert und für mehrere Jahre festgeschrieben wird, ist deshalb nicht realistisch. Kein Kunde weiss, ob er im IoT oder in der Cloud einen Umsatz von zum Beispiel 100 Millionen pro Jahr erreichen wird. Der Wunsch nach mehr Flexbilität bei der Preisgestaltung wurde an uns von allen Seiten herangetragen.

Wir haben mit allen wichtigen SAP-Offiziellen gesprochen und SAP denkt sehr konkret darüber nach. Über Absprachen mit SAP darf ich nicht sprechen, die unterliegen einem NDA (Non-Disclosure Agreement).

Welches Cloud-Preismodell schwebt Ihnen vor?

Oczko: Das Pricing der On-Premise-Lösungen orientiert sich typischerweise an der Metrik: Volumen pro Zeit. Bei den SAP Cloud-Lösungen Human Capital Management (HCM) oder der Reisespesenabrechnung Concur funktioniert das auch. Die Bedarfe sind vorhersagbar, Kunden bezahlen beispielsweise fix für die Abbuchung eines bestimmten Reisekostenvolumens pro Jahr.

«Eine flexiblere Abrechnung etwa pro Transaktion wäre das sinnvollere Pricing»

Beim Internet der Dinge aber gucken die meisten SAP-Kunden erst einmal. Es gibt einige DSAG-Mitglieder, die wissen, was sie wollen. Sie wollen ihre IoT-Projekte jetzt zur Entscheidung bringen und anfangen. Für diese Kunden wäre eine flexiblere Abrechnung zum Beispiel pro Transaktion das sinnvollere Pricing – also echtes cloud-like Pay-per-Use.

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