Apple Pay: App-Entwickler führt Schweizer Banken vor

Dank der App Boon funktioniert Apple Pay jetzt mit jeder Kreditkarte. Auch in der Schweiz. Ohne das Mitwirken der Banken.

» Von Florian Bodoky , 07.02.2017 16:15.

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Letzten Sommer wurde Apple Pay in der Schweiz lanciert. Die Aufregung war gross, legte sich aber bald wieder, da Cornèrcard die aktuell einzige Schweizer Kreditkarte ist, die das Apple'sche Zahlungssystem unterstützte. Dies hat sich bis heute kaum weiterentwickelt. Auch Schweizer Grossbanken wie die UBS oder die CS unterstützen das Produkt noch nicht. Man sagt, das liege auch daran, dass man die Schweizer Lösung Twint als Mobile-Payment-Standard etablieren möchte.

Dies hat sich offenbar jetzt erledigt. Grund dafür ist die iOS-App Boon. Die deutsche Firma Wirecard verspricht, dass mit dieser die mangelnde Unterstützung von Apple Pay durch Banken obsolet sei. Das Prinzip funktioniert so: Die App erstellt eine virtuelle Prepaid-Kreditkarte, die in Apples Wallet-App hinterlegt wird. Die Boon-Kreditkarte kann nun – wahlweise manuell oder regelmässig automatisch – mit einer beliebigen Kreditkarte aufgeladen werden. So ist es beispielsweise möglich, dass Boon jedesmal dann aufgeladen wird, wenn das Guthaben einen gewissen Betrag unterschreitet. 

Die App ist passwortgeschützt und protokolliert sämtliche Transaktionen. Zudem werden keine hinterlegten Daten an den Geldempfänger übertragen. So wollen die Entwickler die Identität des Zahlenden schützen. Der Pferdefuss: Die App ist nicht ganz kostenlos: Nach einem Gratis-Probejahr wird 1 Franken pro Jahr fällig. Zudem zwackt der Hersteller 1 Prozent des aufgeladenen Guthabens ab. Bezahlt man damit im Ausland, werden 1,25 Prozent Gebühren fällig – also ähnlich viel wie bei einer normalen Kreditkarte.

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KOMMENTARE

Urs Meier: 08-02-17 10:52

Für kleine Umsätze ist dies ein gutes Angebot. Aber insbesondere die Aufladegebühr von einem Prozent finde ich nicht gut. Vor allem, wo es gibt ja in der Schweiz eine Prepaid-Karte gibt, wo das Aufladen nichts kostet und wo auch keine Gebühr bei Auslandseinsatz fällig wird. Für grössere Umsätze ist dies günstiger. [Edit der Redaktion: Werbelink entfernt]

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