PGP-Erfinder will bessere Technik gegen den Polizeistaat

» Von Jens Stark , 08.05.2015 07:13.

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Geheime Aktivitäten

Das grösste Problem sei zudem, dass diese Infrastruktur klammheimlich aufgebaut worden sei und weiter ausgebaut werde, so Zimmermann. Er zieht Vergleiche zu den 1990er Jahren, in denen er mit PGP die damaligen US-Exportbeschränkungen für starke Verschlüsselung umging, indem man den Quelltext des Verfahrens in einem Buch abdruckte, das dann im Ausland eingescannt wurde. Diese legale Umgehung habe schlussendlich dazu geführt, dass die Exportbeschränkungen aufgehoben worden seien. «Damals fand eine Diskussion über die Policies der Regierung statt, die öffentlich war und an der sich jeder beteiligen konnte», berichtet Zimmermann. «Heute werden dagegen die Überwachungseinrichtungen im Geheimen errichtet, was die Bekämpfung enorm erschwert», meint er.

Schlussendlich sei dies auch der Grund, warum Zimmermann weiter an kryptografischen Verfahren arbeite und mit seiner in Genf beheimateten Firma Silent Circle abhörsichere Smartphones baue.

«Ich werde oft gefragt: Ist Ihr Voip-Verschlüsselungsverfahren NSA-sicher? Die Frage muss schliesslich mit Nein beantwortet werden», gibt Zimmermann zu. Zwar könne auch die NSA die Verschlüsselung an sich nicht knacken, sie könne aber das darunterliegende System infiltrieren, in dem sie Malware einschleust. Letzteres sei viel schwieriger zu verhindern. «Wir versuchen zwar unsere Bestes, die Smartphones zu härten. Eine Zero-Day-Attacke ist aber nach wie vor im Bereich des Möglichen», beurteilt er die Situation. «Das Problem der Massenüberwachung und der Einschränkung der Privatsphäre lässt sich deshalb nicht mit Kryptografie alleine lösen, sondern nur mit einer entsprechenden, verschärften Gesetzgebung», ist der PGP-Erfinder überzeugt. Dies sei einerseits die Aufgabe der US-amerikanischen Innenpolitik. Aber auch Länder wie die Schweiz müssten den diplomatischen Druck auf die USA erhöhen.

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KOMMENTARE

Dr. Feelgood: 08-05-15 19:29

@Morat Ademi

FULL ACK
Aber Merke: Informatiker mit Hochschulabschluss bedeutet nicht zwangsläufig alltägliche Intelligenz.
Es gibt da ja auch sogenannte Fach-Idioten, denen der Horizont auch nur bis zum nächsten Byte reicht.

Ich sage schon lange, USA boykottieren, denn gerade da ist sprichwörtlich ohne Moos nix los.
Und wenn das nicht stimmt, kann auch ein Friedensnobelpreisvernichter sehr schnell straucheln und auf dem Boden der Realität landen, anstatt die Welt zu überwachen und überall Krieg zu stifften.

Das Problem hier ist, dass der Bundesrat auch nicht den Mumm hat, sich gegen den Schurkenstaat USA klar zu positionieren. Leider.

Morat Ademi: 08-05-15 11:07

Super Beitrag. Wenn es doch nur nicht soviele Ignoranten gäbe. Ein aktuelles Beispiel:
Ich habe gerade Email Verkehr mit einem Informatiker mit Hochschulabschluss. Die Kommunikation ist heikel und eignet sich hervorragend für Industriespione.
Nun stellte ich dem Informatiker meinen signierten PGP Public Key zur Verfügung. Den ignoriert er mal komplett bzw. hat nicht einmal Ahnung wie das funktioniert und auch kein Interesse sich damit zu befassen. Ich weiss nicht was die an der Uni lernen. Auf jeden Fall gibt es da für einige nur die Microsoft Welt mit Windows und Office und Sicherheit wird dem Betriebssystem überlassen. Und das ist schon mal ganz schlecht wenn es um Datensicherheit geht.
Da der Informatiker nicht einsichtig ist und nicht verschlüsselt, verweigere ich die Kommunikation via Email mit ihm.
Das Problem ist. Wir spüren nichts von der Überwachung. Wenn Probleme auftauchen ist es zu spät.
Die Menschen müssen sensibilisiert werden. Das geht nicht mit closed Source Betriebssystemen und Cloud Speicher. Vorallem nicht bei US-Firmen, die ja von gesetztes wegen der NSA/ US-Behörden alles zur Verfügung stellen müssen und darüber nicht sprechen dürfen. Wie sich herausstellte auch für Daten welche auf Servern die nicht auf US-Boden stehen gespeichert werden.
http://www.pressebox.de/pressemitteilung/uniscon-gmbh-the-web-privacy-company/US-Gerichtsbeschluss-gegen-Microsoft-Hohe-Risiken-fuer-vertrauliche-Unternehmens-Daten-in-auslaendischen-Clouds/boxid/682348
Microsoft scannt in vorauseilendem Gehorsam alles was auf der Cloud gespeichert wird. Und meldet bei Verdacht auf was auch immer das ganze den entsprechenden Behörden und leitet die Daten weiter.
http://www.netzwelt.de/news/150675-onedrive-microsoft-meldet-cloud-inhalte-deutsche-polizei.html
Also Finger weg von OneDrive und Office 365, Gilt auch für Google, Yahoo, Facebook, Twitter usw.
Microsoft markiert/ verändert Daten welche auf die Cloud geladen wurde. Zwecks Indexierung (Die haben wir schon gescannt)
Mit Windows 10 geht die Überwachung einen Schritt weiter. Auch wenn es hart ist. Sucht Alternativen, es darf so nicht mehr weitergehen.

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