Cyberkrieg in der Türkei

Die Hackergruppe Anonymous hat am Donnerstag eine DDoS-Attacke gegen einige türkische Regierungsseiten gestartet. Damit will die Gruppe gegen die Pläne der Regierung protestieren, Internet-Filter einzuführen.

» Von idg , 10.06.2011 11:19.

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Kurz vor den Wahlen in der Türkei hat die Hackergruppe Anonymous diverse massive Attacken gegen türkische Regierungsseiten gestartet. Mittels DDoS-Attacken (distributed denial of service) wurden diverse Seiten angegriffen, darunter auch die Website der türkischen Internet-Regulatoren. Diese ging nach dem Angriff offline.

Anonymous will mit der Aktion auf die Pläne der türkischen Regierung aufmerksam machen, Internet-Filter einzuführen. Ab dem 22. August sollen türkische Internet-Nutzer zunächst einen von vier Filtern auswählen müssen, ehe sie auf das Internet zugreifen dürfen. Zur Auswahl sollen die vier Filter «Standard», «Familien», «Kinder» und «Inland» stehen. Welche Websites durch einzelnen Filter geblockt werden, erfahren die Internet-Nutzer nicht.

Die Pläne haben bereits in der Türkei für Proteste der Internet-Nutzer gesorgt. Das Portal Avaaz.org sammelt digitale Unterschriften gegen die Pläne der Regierung für die Einführung der Internet-Filter. In einer öffentlichen Mitteilung mit dem Titel «#Operation Turkey» bezeichnet die Hackergruppe Anonymous die Pläne der türkischen Regierung als Zensur. Die Einführung der Filter werde es auch ermöglichen, die Internet-Aktivitäten der Surfer zu überwachen. Auf Twitter meldete Anonymous am Donnerstagabend, man habe dafür gesorgt, dass vier türkische Regierungswebsites nicht mehr erreichbar seien. Zwei der Websites waren aber kurz nach der Attacke wieder zugänglich.

Türkische Hacker-Gruppen reagiert negativ auf die Aktion von Anonymous und drohten damit, die Websites von Anonymous hacken zu wollen. Die Nachrichten-Seite von Anonymous ist derzeit offline. Die Gründe sind noch nicht bekannt.

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