Valora-Chef wehrt sich gegen Einschränkungen bei Datenauswertungen

Valora wertet Kundendaten aus, um im Kampf gegen Konkurrenz aus dem Ausland nicht ins Hintertreffen zu geraten. Datenschutz-Vorschriften sind gemäss Konzernchef Michael Mueller aktuell zu streng ausgelegt.

» Von SDA , 17.05.2017 17:30.

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Der Detailhandelskonzern Valora setzt auf Auswertungen von Kundendaten, um die Kunden in die Kioske zu locken. Konzernchef Michael Mueller spricht sich gegen zu enge Grenzen beim Datenschutz aus - sonst drohten Wettbewerbsnachteile.

«Wenn wir jede Auswertung per Gesetz abwürgen, wird die Branche noch mehr unter Druck geraten, gerade durch Anbieter aus dem Ausland», sagt Mueller im Interview mit der Handelszeitung (Vorabdruck vom Donnerstag).

Denn ausländische Onlinehändler würden auch bei Schweizer Kunden Daten auswerten. «Wenn ich das in der Schweiz nicht kann, habe ich einen gravierenden Wettbewerbsnachteil.» Mueller fordert eine Diskussion darüber, «wie viel Restriktionen wir uns zumuten wollen». Die Detailhändler müssten in Bern konsequenter für relevante Rahmenbedingungen einstehen.

Valora hat im vergangenen Jahr eine Detailhandelsanalyse-Einheit aufgebaut. Ziel der Analyse von Kundendaten ist es laut Mueller, die Kunden öfter an den Kiosk zu bringen.

Mueller deutete in dem Interview auch an, dass der stationäre Detailhandel die Geschwindigkeit des Wandels unterschätzt habe. Er setzt bei seinem Konzern nun auf diverse neue Produkte, Apps und Dienstleistungen. Eines der neuen Projekte ist das Kreditgeschäft mit Bob Finance.

Dieses Kleinkreditgeschäft schreibt derzeit noch rote Zahlen, was auch dieses Jahr so bleiben wird, wie Mueller sagte. «Das braucht Zeit.» Die Aussichten seien jedoch gut, zumal das Geschäft zufriedenstellend laufe. «Heute weisen wir zwar noch einen negativen EBIT-Beitrag aus, aber wenn es so weiter rollt, wird er automatisch in einen positiven Beitrag übersetzt.»

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KOMMENTARE

Ansreas Dorta: 05-06-17 12:26

Das kommende CH Datenschutzgesetzt und auch die EU Datenschutzgrundverordnung, welche am 25. Mai 2018 scharf geschalten wird, gilt für alle Unternehmen gleich. Beispielsweise bei der EU-DSGVO, geht es um den Schutz von Daten von Europäischen Bürgern. Dabei kommt es nicht darauf an, wo sich das Unternehmen befindet, welches mit diesen Daten arbeitet. Es gelten dieselben Anforderungen in der Schweiz, wie in EU Ländern der USA, China etc. Das Schweizer DSG passt sich lediglich der EU norm an, um auch die Daten von Schweizer Bürgern zu schützen. Aber auch da haben alle Unternehmen dieselben Voraussetzungen, egal wo das Unternehmen ist. Darum verstehe ich nicht genau, warum sich Michael Mueller wehrt.

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