Update: Schweizer Krankenkassen sehen Potenzial in Fitness-Armbändern

Die CSS ist dabei, «Schrittziele» zu belohnen. Und die Finanzierung von Fitness-Gadgets ist bei anderen Schweizer Krankenkassen ein Thema, doch konkrete Pläne gibt es fast keine.

» Von Patrick Bizzarri , 13.08.2015 09:57. Letztes Update, 17.08.2015 18:56.

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Fitness-Tracker, Smartwatches und Wearables sollen ihre Träger zu mehr Bewegung animieren. Mit Pulsmessern, Schrittzählern oder Angaben zu überwundenen Höhenmetern helfen sie manchem Bewegungsmuffel, den inneren Schweinehund zu besiegen. Und wer sportlich ambitionierter unterwegs ist, möchte seinen Tracker sowieso nicht mehr missen. 

Laut aktuellen Prognosen werden in diesem Jahr weltweit bereits über 50 Millionen Smartwatches und Fitness-Tracker verkauft, was nahezu einer Verdreifachung der Absatzzahlen gegenüber 2014 entspricht. Neue Geräte sind mittlerweile fähig, den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen oder bei Bewegungsmangel daran zu erinnern, auf den Lift zu verzichten. 

Mit der rasant zunehmenden Verbreitung steigt auch die Zahl der Studien, die den gesundheitlichen Nutzen von Fitness-Wearables bestätigen. Forscher und Ärzte beschäftigten sich im Auftrag der deutschen Universität Freiburg unter anderem mit zu solchen Geräten gehörenden Apps und befanden, dass diese das Verhalten ihrer Nutzer gesundheitsförderlich verändern. Und Timm Hoffmann vom dortigen IT-Branchenverband Bitkom kommt nach einer repräsentativen Umfrage zum Schluss, dass Gesundheits-Wearables dauerhaft zu mehr Bewegung motivieren. 

Ein Abonnement für ein Fitnessstudio oder regelmässige Routinekontrollen werden von zahlreichen Krankenkassen gefördert und finanziell belohnt. Nun kommen erste Vergünstigungen für technische Gadgets oder das Weitergeben von Daten hinzu: Die Generali-Versicherungsgruppe hat Ende 2014 als Pionier in Europa angekündigt, Versicherte zu belohnen, die ihre via Fitness-Tracker gesammelten Gesundheitsdaten mit der Krankenkasse teilen. «AOK», mit gut 25 Millionen Versicherten Deutschlands zweitgrösste Krankenkasse, vergütet bei Kunden 50 Prozent der Kosten oder maximal 50 Euro beim Kauf eines Fitness-Wearables.

Schweizer Krankenkassen zurückhaltend

Schweizer Krankenkassen sind bisher zurückhaltender: Jean-Christophe Aeschlimann, Mediensprecher der Groupe Mutuel, sagt, dass es keine Rückerstattung oder Kostenbeteiligung für Smartwatches, Fitness-Tracker oder Fitness-Apps gebe. «Es sind jedoch Projekte geplant, zu denen wir uns im Moment noch nicht äussern können», so Aeschlimann. Bei Concordia erhalten Versicherte bisher ebenfalls keine Vergütungen. Auch Sanitas gewährt noch keine finanziellen Beiträge für Fitness-Wearables.

Vergünstigen bei Swica ab 2016

Bei Swica ist man bereits einen Schritt weiter und teilt mit, dass Vergünstigungen auf Fitness-Gadgets geplant seien: Mit der 2016 geplanten Einführung einer Online-Gesundheitsplattform sei vorgesehen, Fitness-Wearables vergünstigt anzubieten, schreibt Swica-Sprecherin Christina Wettstein. Um Vergünstigungen zu erhalten, müssen Versicherte ihre gesundheitsfördernden Aktivitäten im Online-Portal eintragen. Anschliessend würden ihnen Rabatte auf ihre Zusatzversicherungen gutgeschrieben. 

CSS belohnt «Schrittziele»

Einen anderen Weg geht man bei der CSS: Die Krankenkasse beteiligt sich nicht etwa am Kauf von Fitness-Wearables: CSS-Kunden erhalten jedoch bei erreichten «Schrittzielen» eine Gutschrift auf ihre Prämie, wie Niklas Elser, Projektverantwortlicher bei CSS, mitteilt. Dafür erhält die Krankenkasse auch Einblick in gesundheitliche Daten ihrer Versicherten - mit «höchsten Anforderungen an den Datenschutz», wie die CSS schreibt. «Der Einsatz von Wearables bietet - insbesondere auch im Bereich der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten - grosses Potential zur Stärkung der Eigenverantwortung». so Elser.

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