Schweizer Polizeikorps rüsten sich zum Kampf gegen Drohnen

Nach ersten Erkenntnissen vom WEF in Davos steht die strategische Drohnenabwehr auf dem Jahresplan der grossen Schweizer Polizeikorps.

» Von Simon Gröflin , 23.01.2017 14:30.

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Am WEF in Davos besteht seit einigen Jahren eine allgemeine Flugverbotszone für die Zivilluftfahrt. Die Behörden fürchten, dass Drohnen illegal benutzt werden können, um Luftaufnahmen zu schiessen, die auch Standorte der Polizei verraten. Erste Erfahrungen mit der Drohnenabwehr hat bereits die Kantonspolizei Graubünden gesammelt, wie Bloomberg berichtet. Fotos der Nachrichtenagentur zeigten, wie Polizisten an einer Übung mit einem Drohnenstörsender hantierten.

Der «Jammer» des deutschen Herstellers «H.P. Marketing & Consulting Wüst» kann Drohnensignale im Umkreis von bis zu 300 Metern blockieren. Nach Recherchen der Schweiz am Sonntag steht der Drohnenabwehrkampf auch bei den anderen Schweizer Polizeikorps auf dem Jahresstrategieplan. Das Problem: Die fliegenden Quadrocopter werden technisch immer raffinierter, einstiegsfreundlicher und günstiger. Vor diesem Hintergrund wurden nun die Polizisten der Kapo Graubünden als Experten für alle Schweizer Polizeikorps beigezogen, wie eine Sprecherin der Kapo Graubünden gegenüber der Zeitung sagte.

Drohnen als Helikopter-Ersatz

Ausgerüstet mit intelligenten Multicoptern sind schon die Stadtpolizei Basel und Zürich, aber auch die Kapo St. Gallen und Bern. In erster Linie ginge es den meisten Korps darum, mit den Drohnen Schadenplätze zu dokumentieren oder Vermessungsarbeiten durchzuführen. Denkbar seien laut eines Sprechers der Kapo St. Gallen auch taktische Einsatzmanöver, die bislang mit Helikoptern verrichtet wurden. Es laufen aber im Moment noch rechtliche Prüfungen. Auch die Polizei in Basel-Stadt verfährt ähnlich. Beide Korps befinden sich zudem im Kontakt mit ausländischen Polizeistellen.

Bern, das zweitgrösste Polizeikorps des Landes, habe aktuell «Mittel in Prüfung», um «dem heutigen technischen Stand entsprechend» gegen Drohnen gewappnet zu sein, liess ein Sprecher gegenüber der Zeitung verlauten. Die Stadtpolizei Zürich, das drittgrösste Polizeicorps des Landes, verfolge die Überlegungen und Strategien der anderen Korps «intensiv».

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