Fintechs begrüssen erleichterte Regulierung

Als «gute Woche für den Innovationsstandort Schweiz» lobt Swiss Finance Startups die Initiativen der Behörden für weniger Regulierung und vereinfachte Besteuerung von Start-ups.

» Von Mark Schröder , 03.11.2016 10:52.

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Der Bundesrat will sich für tiefere Markteintrittshürden für Start-ups im Finanzsektor stark machen. Gestern hatte Bundesrat Ueli Maurer erklärt, durch Erleichterungen bei den regulatorischen Rahmenbedingungen den Innovationsstandort Schweiz stärken zu wollen. Dafür seien drei gezielte Initiativen geplant.

Erstens soll es Anbietern von Crowdfunding-Dienstleistungen zukünftig erlaubt werden, Geld auf Abwicklungskonten für 60 Tagen zu halten. Damit würde die Mittelbeschaffung für Crowdfunding-Projekte erleichtert. Als zweites Element ist eine «Sandbox» geplant, in der ein Anbieter unbeschränkt viele Publikumseinlagen bis zu einem Gesamtwert von 1 Million Franken entgegennehmen können. Diese Tätigkeit müsse zwar offengelegt, aber nicht von der Finma bewilligt und überwacht werden. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma soll erst bei der geplanten dritten Initiative, der Fintech-Lizenz, aktiv werden müssen: Die Lizenz ist für Anbieter von Finanzdienstleistungen geplant, die sich ausschliesslich im Passivgeschäft betätigen wollen. Dabei dürften Publikumseinlagen jedoch den Wert von insgesamt 100 Millionen Franken nicht überschreiten.

Das «Fintech-Modell» des Bundesrats sei zusammen mit dem Einlenken des Kanton Zürich in der Frage der Besteuerung von Start-ups ein «deutliches Commitment zu Fintech und Start-ups», applaudiert der Verband Swiss Finance Startups. «Dass sich nun der Bundesrat unserer annimmt und auf unsere Forderungen eingeht, ist ein echter Meilenstein», sagt Urs Haeusler von Swiss Finance Startups in einer Mitteilung. Der Verband wolle der Politik und den Behörden seine Mitarbeit anbieten, um die neuen Regulierungen bis zur Umsetzung zu begleiten. In allen Bereichen werde es nun auf die Feinheiten ankommen, mahnte Haeusler.

Die Zeit drängt. Das weiss auch der Bundesrat. Das Eidgenössische Finanzdepartement EFD wurde beauftragt, bis Anfang 2017 eine Vernehmlassungsvorlage mit den notwendigen Gesetzesänderungen auszuarbeiten. Ausserdem soll das EFD weitere Initiativen prüfen, um Fintech-Innovation in der Schweiz zu fördern.

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