ETH-Professor bringt Computern das Programmieren bei

ETH-Professor Martin Vechev automatisiert das Programmieren. Als einer der ersten Wissenschaftler bringt er Computer dazu, Software selbst zu schreiben.

» Von Fabio Bergamin, ETH News, 12.06.2017 15:04.

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Computersoftware, die von Computern geschrieben wird: die Idee ist faszinierend. Und sie ist realistisch, sagt Martin Vechev, Professor für Informatik. Er gehört zu den Begründern eines neuen Forschungsfelds, in dem Computerwissenschaftler das Programmieren weitgehend automatisieren möchten. Bereits gibt es Hilfsprogramme, die Softwareentwicklern die Arbeit erleichtern. Und schon bald würden dank solcher Assistenzprogramme normale Entwickler so gut programmieren können wie heute nur die besten Experten, sagt Vechev. «In zehn Jahren wird die Automatisierung so weit fortgeschritten sein, dass Computer autonom kurze Programme schreiben können», prophezeit er.

Möglich ist dies dank maschinellen Lernens und dank bereits heute vorhandener riesiger Datenbanken für Software, die öffentlich zugänglich sind. In öffentlichen Datenbanken sind Millionen von Computerprogrammen gespeichert mit insgesamt mehreren Milliarden Zeilen von Programmcode. «Big Code» nennt Vechev diesen immensen Fundus an Programmcode. Als Softwareentwickler verliert man da schnell den Überblick. Doch Computer können helfen, diese unvorstellbar grossen Datenmengen auszuwerten und nutzbar zu machen.

Computer können in bestehendem Code Muster erkennen, und sie können lernen, welche Muster in welchem Kontext verwendet werden. Auf diese Weise erfassen sie nicht nur die einzelnen Zeichen und Befehle, sondern auch deren Bedeutung und die Regeln ihrer Verwendung. Die Art, wie die Computer diese Regeln lernen, ist vergleichbar mit jener von Sprach-Übersetzungsprogrammen wie dem bekannten Google Translate. «Auch diese Übersetzungsprogramme nutzen das maschinelle Lernen, um Wörter in ihrem Kontext zu analysieren und daraus Rückschlüsse auf ihre Bedeutung und Verwendung und auf grammatikalische Regeln zu ziehen», erklärt Vechev.

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