Mehr Sicherheit im Cyberspace

Am «Cyber Risks Summit» an der ETH Zürich diskutierten und präsentierten internationale Experten neueste wissenschaftliche und technologische Ansätze, wie sich die Gesellschaft wirksam gegen Gefahren aus dem Cyberspace schützen kann.

» Von Claudia Naegeli, Giulia Adagazza, ETH News, 29.06.2017 07:00.

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Die Wannacry-Schadsoftware, russische Hacker, Wahlmanipulation: Cyber-Attacken auf Computernetze machen in letzter Zeit immer wieder Schlagzeilen und zeigen auf, wie entscheidend Daten- und Informationssicherheit für unsere Gesellschaft sind. Die ETH Zürich hat schon früh die Wichtigkeit der Informationssicherheit erkannt und deshalb vor rund 15 Jahren das Zurich Information Security & Privacy Center (ZISC) gegründet, das den Cyber Risks Summit organisiert hat. Die branchenübergreifende Arbeit des ZISC ist aktueller denn je, wie ETH-Präsident Lino Guzzella auch in seiner Eröffnungsrede betonte: «Es ist Zeit, dass wir die Kräfte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Staat bündeln für einen wirksamen Schutz gegen die Gefahren aus dem Cyberspace.» Nebst der Zusammenarbeit mit der Industrie hob Lino Guzzella auch die Wichtigkeit der Grundlagenforschung hervor und plädierte für grössere Investitionen in diesem Bereich.

Technologie im Kampf gegen Cyber-Attacken

«Autos, Telefone oder Herzschrittmacher: Ziele von Cyber-Attacken sich nicht nur Daten sondern auch Alltagsgegenstände», erklärte Srdjan Capkun, ETH-Professor und Stellvertretender Leiter des Institut für Informationssicherheit, und machte damit auf fehlendes Sicherheitsbewusstsein aufmerksam. Die Vernetzung von Gegenständen stellt jedoch nicht nur eine Gefahr dar, es gebe durchaus Lösungsansätze für erhöhte Informationssicherheit. Als Beispiel nannte er das von ihm entwickelte System Soundproof, das eine schnellere und sichere Authentifizierung erlaube, indem die Umgebungsgeräusche zweier verbundener Geräte geprüft werden.

Sicherheit und vor allem Transparenz zeichnen auch die neue digitale Übermittlungstechnologie Blockchain aus. In seinem Referat verglich Ari Juels, Professor an der Cornell University in New York, die Kommunikation mittels Blockchain mit derjenigen auf einer Pinnwand. Jede Aussage ist jederzeit für alle Beteiligten ersichtlich und kann deshalb auch nicht mehr verändert werden. Das erlaube eine vielseitige Anwendbarkeit für Transaktionen im Finanzsektor und das Aufsetzen von smarten Verträgen. Gleichzeitig betonte Juels jedoch, dass die Blockchain-Technologie noch in den Kinderschuhen stecke.

Úlfar Erlingsson, Tech Lead Manager bei Google Brain, thematisierte wie Big Data die Informationssicherheit erhöhen kann. Die Möglichkeit grosse Mengen an Daten zu sammeln, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte zu verletzen, eröffne auch in Bezug auf Informationssicherheit neue Möglichkeiten, erklärte Erlingsson. So gelinge es bislang noch, unbekannte Gefahren im Cyberspace aufzudecken und neue Lösungen auszuarbeiten.

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