UPC nervte 2016 am meisten mit Störungen

Wenn Webseiten oder Streaming-Dienste nicht mehr reagieren, werden Nutzer schnell nervös. Aber wie repräsentativ sind Meldungen auf Portalen wie «Alle Störungen»?

» Von Simon Gröflin , 07.03.2017 15:41.

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Grössere Ausfälle müssen UPC, Swisscom und Sunrise den Behörden in der Regel nur ab einem bestimmten Ausmass melden. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erhält aber im Schnitt weniger als 20 solcher Meldungen pro Jahr, wie die Berner Zeitung schreibt. Aber wenn die Internetverbindung tagsüber lahmt und Netflix versagt, bleibt Privatanwendern nichts anderes übrig, als über ein anderes Netz die gängigen Störungsseiten zu konsultieren.

Das Problem: Telkos wie UPC, Swisscom und Sunrise halten ihre Kunden zwar tagesaktuell immer auf dem Laufenden. Kommuniziert werden Netzpannen dort meist tagesaktuell und auch via Twitter und Facebook. Die drei grossen Anbieter, die nebst TV auch Internet und Festnetztelefonie anbieten, verzichten jedoch darauf, die Statusmeldungen auf der Webseite zu archivieren und sie öffentlich zugänglich zu machen. Eine «ungefähre Auskunft» über verschiedene Pannen vom letzten Jahr gibt eine Auswertung des Portal «Alle Störungen», welche der Berner Zeitung vorliegt. Demnach gab es bei der UPC an 13 Tagen Anzeichen grösserer Störungen. Bei Swisscom an 8 Tagen, bei Sunrise an 4 Tagen. Wie repräsentativ die aufgezeichneten Störungen sind, ist aber umstritten.

Wie funktioniert «Alle Störungen»?

Ein Diagramm auf der Webseite zeigt die Anzahl erhaltener Beschwerden der letzten 24 Stunden in Zeitabständen von jeweils 15 Minuten. Voraussetzung, um direkt auf der Störungsseite einen Kommentar abzusetzen, ist lediglich ein Facebook-Profil. Beschwerden sind aber nicht unbedingt ein tatsächliches Problem. Einzelpersonen erleben manchmal auch Gesprächsunterbrechungen, ohne dass gleich das ganze Netz zusammenbricht. Oder dann liegt es nur daran, dass vielleicht das Handy wieder einmal neu gestartet werden muss.

Welche Faktoren?

Geschäftsführer Tom Sanders sagt auf Anfrage von PCtipp, dass die Erkennung auf «verschiedenen Faktoren» wie Twitter und Meldungen auf der eigenen Webseite basieren würden. Aus Wettbewerbsgründen wolle man nicht weitere Details zu den Filtern verraten. Filter würden aber auch dann greifen, wenn beispielsweise ein und dieselbe Person mehrmals eine Meldung absetzt.

UPC kritisiert die Auswertungen: Die Werte seien nicht repräsentativ oder aussagekräftig, sagte Mediensprecher Bernard Strapp der Berner Zeitung. Dies weil jede Privatperson der Seite aus mannigfachen Gründen Störungen zu Protokoll geben könne.

Zu einem grösseren, schweizweiten Ausfall bei Swisscom kam es am 24. Mai 2016. Der Ausfall betraf auch Geschäftskunden und Geldautomaten. Sunrise bestätigte der Zeitung Ausfälle in den Grossräumen Zürich und Basel sowie einen Datenbankfehler bei einem Partner, der zu Fehlfunktionen an der TV-Box führten. Swisscom und UPC waren im vergangenen Jahr aber auch witterungsbedingt zu Opfern von Glasfaserunterbrüchen geworden.

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