Generalprobe für IPv6

Dem Internet gehen die IPv4-Adressen aus. Laut Silvia Hagen vom IPv6 Swiss Council haben Firmen noch Zeit, in Ruhe die Umstellung auf das nächste Internetprotokoll (IPv6) umzusetzen. Aber nicht mehr lange.

Silvia Hagen von Sunny Connection ist Mitglied des Steering Committees und Mitgründerin des Swiss IPv6 Council
  

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» Von Interview: Jens Stark, 20.05.2011 07:20.

Der 3. Februar 2011 hat Internet­geschichte geschrieben. Denn an diesem Tag wurden die letzten IPv4-Adressblöcke aus dem globalen Pool vergeben. Damit rückt der Zeitpunkt in greifbare Nähe, an dem neue Internetanwender keine IPv4-Adressen mehr erhalten werden. Der 3. Februar ist denn auch der letzte Weckruf für all jene, die mit der Umstellung ihrer Netze auf IPv6 bislang zugewartet haben.

Computerworld sprach mit der ausgewiesenen IPv6-Expertin Silvia Hagen über die Probleme und Chancen einer Umstellung. Hagen ist Autorin der beiden Standardwerke «IPv6 Essentials» (O’Reilly-Verlag) und «IPv6» (Sunny Edition) sowie Geschäftsführerin des Netzwerk­beraters Sunny Connection.

Computerworld: IPv6 gibt es ja nun schon eine geraume Zeit. Seit 1998 ist das Protokoll definiert. Warum ist IPv6 nicht schon längst eingeführt? Warum läuft die Einführung so harzig?

Silvia Hagen: Einer der Hauptgründe ist das unglückliche Timing. Das Problem, dass IPv4 zu wenige Adressen bietet, ist erstmals Mitte der 1990er-Jahre virulent geworden. Zu diesem Zeitpunkt war aber IPv6 noch gar nicht bereit für den Einsatz. Als Notlösung hat man damals NAT (Network Address Translation) eingeführt. Diese Überbrückungslösung hat sich dann so schnell etabliert, dass der Druck weg war, auf IPv6 wechseln zu müssen. Denn IPv6 war in erster Linie dazu entwickelt worden, langfristig das Adressierungsproblem zu lösen.

Computerworld-Umfrage: Mitmachen und gewinnen

Wie weit sind Sie mit IPv6? In Zusammenarbeit mit dem IPv6 Swiss Council will Computerworld herausfinden, wo Schweizer Unternehmen in dieser Frage stehen. Als Dankeschön für die Teilnahme verlosen wir drei ultraleichte Netbooks «Eee PC Seashell 1008P» von Asus.

Hier gehts zur Umfrage.

Sie erwähnen NAT. Reicht dieser Übersetzungsmechanismus nicht auch bis auf Weiteres als Workaround aus. Warum müssen Firmen auf IPv6 umstellen?

Der Adressbedarf wird sich bald nicht mehr mit NAT lösen lassen. Denn es drängen einerseits zu viele Anwender und zu viele Geräte ins Internet. Die Internetwachstumsrate ist höher denn je: Waren es 2001 noch 350 Millionen Anschlüsse, werden es 2011 knapp 2 Milliarden sein. Zudem entwickeln viele verschiedene Industriebereiche immer mehr Sensoren und Überwachungs­systeme, die alle nach einer IP-Adresse verlangen. Dieser zusätzliche Adressbedarf kann unmöglich mit NAT gedeckt werden, zumal dies auch ernsthafte Performance-Probleme ergeben würde.

Schon jetzt sind die NAT-Lösungen mit einem enormen administrativen Mehraufwand verbunden, welche die Firmen viel Geld kosten. Das US-Handelsministerium hat einmal ausgerechnet, dass man bis zu 40 Prozent der IT-Betriebskosten einsparen könnte, wenn man auf IPv6 umsteigen würde – so viel wird in den USA durchschnittlich für den Betrieb und die Work­arounds von NAT ausgegeben.

Wie weit ist die Schweiz in Sachen IPv6?

Das ist eine der Fragen, die wir mit unserer Umfrage zusammen mit Computerworld klären möchten (siehe Box). Was ich durch Gespräche weiss, ist aber, dass viele Unternehmen eine Umstellung planen, aber nicht gerne darüber reden.

Warum ist das so?

Die Umstellung auf IPv6 ist nicht sexy, deshalb spricht man nicht darüber. Ich weiss von internationalen Beratern, die bereits grosse Einführungsprojekte abgeschlossen haben, aber die Auflage haben, nicht darüber öffentlich zu sprechen. Diese Haltung wird sich jedoch nun ändern. Das Wissen, dass die letzten Adressen verteilt wurden, erhöht den Umstellungsdruck.

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KOMMENTARE

Ade Ade: 28-02-12 15:08

Hallo zsammuen1. Westeuropa steht momentan und wird wohl auch noch langer unter starkem Einwanderungsdruck stehen. Die EU-Aussengrenzen mogen als Beispiel dienen. Es ist also gar keine Frage, ob man Auslanderinnen und Auslander aufnehmen will oder nicht. Sie kommen ohnehin.2. Grundsatzlich ist die Mitarbeit aller Betroffenen bei der Gestaltung ihres Umfeldes wunschenswert, weil damit die grosste Chance besteht, das Konfliktpotential in der Bevolkerung moglichst klein zu halten.3. Wenn wirklich alle Menschen eingeburgert werden sollen, so muss dringend mehr zur Integration unternommen werden, damit der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Moglichkeit zur Teilnahme am offentlichen Leben gewahrleistet sind. (Beispielsweise wurde die Verhinderung von Ghettoisierungen helfen, Sprachbarrieren zu uberwinden.)4. Ist das Ziel einer Uberwindung der polititischen, d.h. nationalstaatlichen, Grenzen durch ein einseitiges Handeln moglich oder besteht mehr Hoffnung auf dem Weg internationaler Zusammenschlusse?Wunsche allerseits frohes Diskutieren am 1. August. Ich werde mir zu Bildungszwecken an diesem Tag die Herkunftsregion einer grossen Gruppe von Auslanderinnen und Auslandern in der Schweiz naher anschauen und leider an der Landsgemeinde nicht mittun.

Onur Onur: 27-02-12 22:35

Habe sie ja schon live elerbt und freue mich, dass es ihr entsprechend gut geht. Hoffe das Beste fur die Zukunft.PS: Lassiges Foto

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