Ein Netz für das Internet der Dinge

Wenn die Dinge ans Netz gehen sollen, müssen sie eines haben: ein Netz. Als Norm bietet sich ein ultralangsames, Funk-basiertes Weitverkehrsnetz an.

» Von Jens Stark , 15.01.2015 14:33.

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Wie sollen die ganzen Gerätschaften im Internet der Dinge physisch vernetzt werden? Klar ist bislang nur, dass Sensoren und Smartmeter nicht gerade eine Bandbreite wie beim Verschicken von HD-Videos benötigen. Vielmehr wird sich das Konzept eines LPWAN (Low-Power Wide Area Network) durchsetzen. Ein solches Netz ist ultra-langsam aber weitreichender als herkömmliche Mobilfunksignale und benötigt wenig Strom. Die Batterien für entsprechende Geräte halten Monate durch.

LPWAN soll also der Maschine-zu-Maschine-Vernetzung (M2M) dienen und sich bis 2022 im M2M-Bereich durchsetzen wie der Branchenmarktforschungsspezialist Machina Research vorrechnet. Wie bei vielen Netzwerktechniken im Anfangsstdium hapert es auch bei LPWAN bei der Standardisierung.

Swisscom macht mit

Das soll sich nun ändern. An der CES in Las Vegas wurde die LoRa Alliance aus der Taufe gehoben. Sie soll sich für eine LPWAN-Standardisierung einsetzen. Mitglieder sind der Netzwerkriese Cisco Systems, Computergigant IBM sowie Telekommunikationsfirmen, darunter auch Swisscom.

Die von der LoRa Alliance vorgeschlagene Norm (LoRaWAN) will eine grosse Anzahl von Devices erreichen, ohne diese mit stromhungrigen Mobilfunkmodulen ausrüsten zu müssen. Schliesslich sollen die Geräte wie Sensoren, Smartmeter und Positionsermittler monate- oder jahrelang unabhängig Daten austauschen können. Gefunkt werden soll in sehr geringer Bandbreite, und zwar auf Nebenfrequenzen, so dass das LPWAN mit Mobilfunknetzen koexistieren kann. Sparsam sollen auch die Verbindungskosten sein, da weniger Repeater und Sendestationen gebraucht werden als bei herkömmlichen zellularen Netzen. Es wird von Jahreskosten in Höhe von einem Franken pro verbundenem Device ausgegangen.

Das LoRaWAN-Protokoll basiert auf patentierten Techniken der kalifornischen Halbleiterfirma Semtech, welche bereit ist, diese an weitere Chip-Hersteller zu lizenzieren. Die Firma habe LoRaWAN bereits lizenziert, wie Hardy Schmidbauer von Semtech erklärt. Zudem sei die Technik bereits im Einsatz, und zwar hauptsächlich in privaten Netzen wie etwa von Elektrizitätswerken, welche bereits Smart Meter betreiben. Durch die Mitgliedschaft mehrerer Telekommunikationsfirmen soll LoRaWAN bald auch über öffentliche Netze verfügbar sein. 

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