.ch.ch – die neue Adresse für Behördenfragen

Die überarbeitete Webseite www.ch.ch soll den Menschen helfen, sich im Behördendschungel der Schweiz besser zurecht zu finden.

Die neue Informationswebseite der Schweizer Behörden überzeugt mit KachelsystemDie neue Informationswebseite der Schweizer Behörden überzeugt mit Kachelsystem

» Von Fabian Vogt , 14.03.2013 18:22.

Die Behörden in der Schweiz haben eine Auskunftspflicht gegenüber den Bürgern – und das Volk nutzt sein Recht regelmässig aus. Allein die Bundeskanzlei erhält pro Monat rund 1200 Emails, daneben gibt es unzählige Anrufe und Briefe mit verschiedensten Fragen wie:

  • «Ich wohne neuerdings in Chur, wo muss ich mich anmelden?»
  • «Darf mir ein Arbeitgeber während der Schwangerschaft künden?»
  • «Wann haben meine Kinder in Schaffhausen das nächste Mal Ferien?»

Die Informationsgier der Schweizerinnen und Schweizer ist gross. Schuld daran trägt auch das föderalistische System der Schweiz, kein Kanton ist wie der andere. Doch wer sich für Informationen deshalb an Bund, Kanton oder Gemeinde wendet, steht oft vor dem bekannten Problem: Behörden sind vieles, aber nicht effizient. So strotzen auch die öffentlichen Webseites vor Informationen, nur findet sich praktisch niemand zurecht.  

Die Übersicht fehlt

Matthias Brüllmann, Leiter Sektion Web BK der Bundeskanzlei, weiss Abhilfe: «Wenn sie heute eine Behördenseite anschauen, ist es die Behörde, die zum Volk spricht. Das ist auch richtig. Aber wir haben uns gedacht, wir bringen eine neue Dienstleistung.»

Herausgekommen ist die Webseite www.ch.ch, die Informationen der verschiedenen Behörden übersichtlich darstellen soll. Die Seite ist nicht neu, sie existiert seit 2006. Doch weil sie trotz ihres eigentlichen Auftrags ebenfalls wie die restlichen Behördenseiten daherkam, hat man sich entschlossen, ihr eine Rundumerneuerung zu verpassen. Anlass dafür war, dass das CMS erneuert werden musste, wie Brüllmann sagt.  

Für gut befunden

Jetzt findet der Besucher auf der Startseite ein Kachelsystem, die Anspielung auf Windows 8 ist aber wohl Zufall. Die Kacheln sind aufgrund von Analysen erstellt worden, bei denen verschiedene Suchanfragen, beispielsweise von Google, ausgewertet wurden. Daneben gibt es ein umfassendes Register, alphabetisch geordnet. Der Bürger soll also nur das finden, was er wirklich sucht. Zusätzlich ist .ch.ch im Sozialen Netzwerk (Facebook, Youtube, Twitter) unterwegs und bietet eine Tablett-Version.  

Die Kosten für die Seite sind überschaubar, maximal 15 Rappen pro Einwohner Jahr. Macht 1,2 Millionen Schweizer Franken, davon übernehmen Bund und Kantone je die Hälfte.  

Die Antworten auf die Fragen lauten übrigens: Einwohnerdienst Chur, Nein  und 13. April bis 27. April 2013.  Die Fragen waren zufällig gewählt, die Antworten wurden im Selbsttest innerhalb von einer Minute auf der Seite gefunden. Das Konzept scheint aufzugehen. 

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KOMMENTARE

Konrad Staudacher: 15-09-13 07:57

Der Artikel ist interessant und www.ch.ch wertvoll.
Sie sprechen ganz selbstverständlich von der 'behördlichen Auskunftspflicht'.
Könnten Sie angeben, auf welcher gesetzlicher Grundlage sie in der CH beruht (mit 'googeln' komme ich nicht zum Ziel)?
FGs - K. Staudacher

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