20 Jahre offenes Web

Heute vor 20 Jahren entschied das CERN in Genf, die Technologie hinter dem World Wide Web frei verfügbar zu machen. Der Tag gilt als die Geburtsstunde des offenen Webs.

» Von Hannes Weber , 30.04.2013 13:16.

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Am 30. April 1993 gab das CERN in Genf bekannt, dass die World-Wide-Web-Technologie ab sofort frei verfügbar sei. Dazu gehörten eine Software zum Betreiben eines Webservers, ein rudimentärer Browser sowie eine Code-Bibliothek. Das war quasi die Geburtsstunde des offenen Internets, denn erst dann war es jedem möglich, einen eigenen Webserver zu starten oder einen Browser zu entwickeln.

Zwar gab es zu jener Zeit auch andere Systeme, die sich des Internets bedienten, wie etwa WAIS oder Gopher. Das World Wide Web habe sich aber wegen seiner Einfachheit und der freien Verfügbarkeit der Technologie durchgesetzt, schreibt das CERN in einer Mitteilung.

«Es gibt keinen Sektor der Gesellschaft, der durch die Erfindung des Webs, die in einem Physiklabor stattfand, nicht verändert worden wäre», so CERN-Generaldirektor Rolf Heuer zu diesem bedeutsamen Ereignis.

Die erste Webseite der Welt war damals übrigens schon zweieinhalb Jahre alt – es war info.cern.ch, ins Leben gerufen vom britischen Physiker Tim Berners-Lee, dem Erfinder des Internets. Berners-Lee beschrieb darin die Grundidee des WWWs und veröffentlichte technische Anleitungen rund um die Funktionsweise des Webs. Das Kernforschungszentrum CERN betreibt aktuell ein Projekt, das zum Ziel hat, die erste Webseite der Welt in ihrem ursprünglichen Zustand zu rekonstruieren.

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KOMMENTARE

Jakob Sperling: 30-04-13 16:30

Das Volk liebt Legenden und Journalisten bedienen daher gerne diese Legenden. Dass Berners-Lee das Web 'erfunden' hat, kann man als populärwissenschaftliche Variante noch so durchgehen lassen, dass er aber das Internet erfunden hätte, ist völlig falsch.
Im Wesentlichen ging es damals nur noch darum, welche Seitenbeschreibungs-Sprache sich für einen Service mit multimedialen Inhalten auf dem Internet als Standard durchsetzen würde. HTML war eine der schlechtest möglichen Lösungen, aber gratis, bzw. frei von Rechten. Man könnte es auch so sehen, dass wir heute noch unter dieser schlechten Wahl leiden und dass fast jede andere Variante, die damals in der Luft lag, besser gewesen wäre.

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