Swisscom testet das elektronische Patientendossier

Für die Kantone Basel, Bern und Zürich arbeitet die Swisscom an der schweizweit grössten eHealth-Plattform. Nun unterzieht der Telko die dafür nötige IT-Infrastruktur einem ersten Praxis-Test.

» Von Luca Perler , 25.09.2017 13:00.

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Mit dem elektronischen Patientendossier (EPD) sollen Patienten ihre persönlichen Daten in Zukunft selber an Gesundheitsfachpersonen freigeben und bestimmte Dokumenten auch wieder ihrem Dossier löschen können. Weil aktuelle internationale Standards diesen Ansprüchen nicht gerecht werden können, müssen IT-Provider wie die Swisscom selber Hand anlegen. «Unsere Experten haben darum zahlreiche Komponenten für das EPD-Berechtigungssystem nach den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit neu entwickelt», wird Thomas Bachofner, CEO von Swisscom Health, in einer Medienmitteilung des Telkos zitiert wird. Basis dafür stellen die gesetzlichen Grundlagen für das EPD dar, die seit April 2017 in Kraft sind und die unter anderem die technischen Voraussetzungen für die Zertifizierung der Systeme hinter dem EPD vorgeben.

Probe aufs Exempel

Ihre Entwicklungen will die Swisscom nun einem praktischen Text unterziehen. Dafür veranstaltet der Telko vom 25. bis am 28. September in Köniz bei Bern einen sogenannten Projectathon. Ein Team von Swisscom werde dabei gemeinsam mit 60 weiteren IT-Spezialisten die IT-Infrastruktur einer Stammgemeinschaft betreiben und auf die Probe stellen, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. Gesundheitsfachpersonen und deren Einrichtungen, also etwa Spitäler oder Verbände und teilweise auch Kantone, können sich im Rahmen des EPD zu Stammgemeinschaften zusammenschliessen. Stammgemeinschaften eröffnen künftig elektronische Patientendossiers und übernehmen sämtliche administrative Aufgaben, die mit dem Unterhalt der Dossiers verbunden sind – beispielsweise die Verwaltung der Zugriffsberechtigungen durch Patienten. Nach Angaben der Swisscom werden die Experten bei dem Test in einer Art LAN-Party die IT-Infrastruktur einer Stammgemeinschaft betreiben.

Internationale Beachtung

Weil die Swisscom bei er Entwicklung der IT-Infrastruktur für das EPD neue Wege gehe, werde dieser Praxis-Test auch von ausländischen IT-Providern beobachtet. So könnten die Standards, welche für die EPD-Berechtigung entstehen, laut des Telkos künftig auch zu internationalen Standards werden.

Die Swisscom baut gemäss eigenen Angaben als Technologiepartnerin verschiedener Stammgemeinschaften die für das elektronische Patientendossier nötige IT-Infrastruktur auf. Für die Kantone Zürich, Bern und Basel entwickelt sie momentan etwa die grösste eHealth-Plattform des Landes.

 

 

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