Disaster Recovery as a Service

» Von Stephan Lamprecht, 17.02.2017 14:43.

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Anbieter von DRaaS

Der Markt für Disaster Recovery als Service-Leistung ist recht unübersichtlich. So gibt es immer mehr Anbieter, die ihre alten Dienstleistungen (verteilte Backups) unter einem neuen Namen offerieren. Hinzu kommt eine teilweise völlig intransparente Preisstruktur. Und schliesslich haben CTOs und Administratoren damit zu kämpfen, dass die überwiegende Mehrheit der Anbieter aus den USA stammt.

Gerade das kann aus Compliance-Sicht problematisch sein, weil in aller Regel auch Kundendaten verarbeitet und (temporär) im Ausland gespeichert werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich nur für solche Anbieter zu entscheiden, die auf dem deutschen Markt aktiv sind und ausserdem die Daten innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums speichern.
Von Vorteil ist es natürlich, wenn der Anbieter auch Support in deutscher Sprache anbietet. Das erleichtert nicht nur die Zusammenarbeit während der Konzeptionsphase, sondern beschleunigt im Krisenfall auch die Kommunikation, wenn auf Unternehmensseite alle Beteiligten unter Stress stehen.

Abseits der Branchenriesen Microsoft und IBM, die für ihre Kunden, etwa mit Microsoft Azure oder IBM Resiliency Disaster Recovery as a Service, ebenfalls Infrastruktur für das Disaster Recovery anbieten, kommen für den Mittelstand zum Beispiel die folgenden ausgewählten Lösungen in Betracht.

Arcserve: Das Unternehmen unterhält ein Rechenzentrum in Amsterdam. Im Zentrum des Angebots steht die Software Unified Data Protection, die zur Verwaltung und Verbindung mit der Cloud des Anbieters genutzt wird. Für kleinere Unternehmen wird auch eine Appliance angeboten, die die Replikation der bestehenden Systeme vor Ort übernimmt und sie über eine Anbindung an die Cloud von Arcserve nutzt. Das Lizenzmodell für die Cloud berechnet Prozessoranzahl und die in Anspruch genommene Datenmenge. Es gibt deutschsprachigen Support per Telefon oder Website.

Claranet: Seine Wurzeln hat Claranet als Hoster für Unternehmen und stammt ursprünglich aus Grossbritannien. Für Kunden aus Deutschland werden lokalisiertes Material und Support angeboten. Daten und (virtuelle) Maschinen werden im eigenen Rechenzentrum repliziert, der Administrator-Zugriff wird per VPN gewährt.

NTT Europe: Bei NTT Europe können die Kunden zwischen einer Reihe europäischer Rechenzentren wählen. Damit dürfte die Compliance kein Hindernis darstellen. Den aktuellen Anforderungen in den Rechenzentren von Unternehmen entsprechend stellt NTT – wie die beiden anderen genannten Anbieter – sowohl reine Cloud-to-Cloud-Replikationen bereit als auch Hybrid-Modelle, um On-Premise-Systeme in die Cloud des Anbieters zu überstellen.

Fazit

Vordergründig trägt eine Lösung für Disaster Recovery nicht zur Wertschöpfung des Unternehmens bei – und strapaziert die ohnehin beanspruchten IT-Budgets zusätzlich.
Mit dem Cloud-Ansatz und der Replikation über virtuelle Maschinen besteht aber die Option, ein hohes Mass an Sicherheit zu erreichen, ohne gleich ein eigenes Rechenzentrum betreiben zu müssen.

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KOMMENTARE

Hanspeter W. Urst: 17-02-17 15:43

Sowas aehnliches ist beim VBS in allen Abteilungen und Projekten im Einsatz, "DaaS", "Disaster as a Service"...

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