«Blockchain ist ein Hype»

ETH-Professor Roger Wattenhofer über Blockchain, Bitcoin und was die Digitalisierung mit unserer Gesellschaft anstellen könnte.

» Von Peter Rüegg, ETH News, 22.09.2017 14:30.

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ETH-News: Sie haben Vorbehalte angemeldet, als das Thema Blockchain für dieses Interview gewählt wurde. Weshalb?

Roger Wattenhofer: Das Thema ist spannend, aber um den Begriff Blockchain besteht ein etwas übertriebener Hype. Ich erhalte täglich von allen Seiten Anfragen dazu, von Medien, Privaten und Firmen. Ich war als Professor noch nie so populär (schmunzelt).

Wenn man im Internet Informationen darüber sucht, bekommt man den Eindruck, dass Blockchain unsere Welt auf den Kopf stellen wird. Wird das Thema überbewertet?

Ja, momentan schon, aber das legt sich wieder. Die Blockchain beinhaltet einige wichtige technische Entdeckungen, insbesondere die Gebiete Verteilte Systeme und Kryptographie. Ich vermute, dass viele Leute erst durch den Blockchain-Hype auf heutige technische Möglichkeiten aufmerksam werden. Das Konzept digitaler Unterschriften zum Beispiel gelangt auch über den Begriff Blockchain in die Öffentlichkeit.

Trotzdem erhält man als Laie den Eindruck, dass man auf diesen Zug aufspringen sollte, ehe es zu spät ist.

Einen Teil der Popularität verdanken die Blockchains der Aufregung um Bitcoin. Bitcoin ist wichtig; Kryptowährungen werden die Welt verändern, davon bin ich überzeugt.

Wie funktioniert eine Blockchain?

Der Begriff wird auf unterschiedliche Arten gebraucht. Die einen verstehen den Begriff Blockchain in einem engeren Sinn, als Werkzeug für Bitcoin, also als eine Art Internet-Bank, um virtuell Geld zu überweisen und zu speichern. Eine weiter gefasste Definition für eine Blockchain ist, dass es sich dabei um eine digitale Buchhaltung handelt. In einer «Block-Kette» können alle möglichen Transaktionen – zum Beispiel Geldüberweisungen, Heiratsurkunden, Handänderungen bei Grundstücken und so weiter – aufgeführt und fehlertolerant gespeichert werden.

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