Zukunfts- und Trendlabor MWC

Am diesjährigen MWC in Barcelona gab es noch einiges mehr zu sehen, als schmucke Smartphones. Der Kongress liefert ein Feuerwerk an Hightech-Ideen.

» Von Michael Kurzidim*, 07.03.2017 09:05.

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Der Mobile World Congress wird meist als Handy-Messe apostrophiert, aber das stimmt ja gar nicht. Der MWC in Barcelona ist viel mehr als das: ein Feuerwerk an Ideen, ein Zukunftslabor für neue Geschäftsmodelle, und – ja – natürlich auch Handys. Die Themenbandbreite umfasst alle Dinge, Menschen und Produkte, die in unserer modernen Welt irgendwie mit Mobile zu tun, also so gut wie alles. Mobile is everything, and so much more – war deshalb auch das offizielle Motto des MWC 2017. Und bei mehr als 2000 Ausstellern erheben wir gar nicht den Anspruch, ihnen alle Highlights des diesjährigen Kongresses auf diesen wenigen Zeilen zu präsentieren. Aber über einige tolle Neuheiten und Trends werden Sie schon lesen.

Connected Cars: BMWs mit SIM-Karte

Chief Digital Officer Dieter May referierte über die digitalen Initiativen des Automobilherstellers BMW. «Wir haben unseren Ansatz komplett verändert und mittlerweile über 11 Millionen Fahrzeuge mit einer SIM-Karte ausgestattet», sagte May. Die digitalen Services des Herstellers basieren auf einem Konsumentenprofil, das BMW pro Kunde in die Microsoft Azure Cloud hochlädt. «Die Cloud treibt das Fahrzeug, und lernt durch Machine Learning die Vorlieben und Schwächen des Fahrers immer genauer kennen», beschreibt May den neuen Ansatz, den die Münchener in ihrer neuen 5er-Serie mit einer satellitengestützten Überwachungskamera perfektioniert haben. «Für viele unserer Kunden ist die digitale Ausstattung der Fahrzeuge mittlerweile ein Kaufkriterium», betont May.

Konkreter wird Rob Moore vom Autoverleiher Hertz: «Personalisierung heisst bei uns, dass der Kunde das Auto bereits mit den korrekten Einstellungen für Sitze, Spiegel und Entertainment System übernimmt». Hertz-Kunden können die gesamte Reise von der Routenplanung, der Stauwarnung bis zum Check-in im Hotel auf den Bordcomputer des Fahrzeugs laden. Das vermeide die ganzen Reibereien und den Stress, der mit einer Reise normalerweise verbunden sei, meint Moore. In Zukunft würden nicht mehr Menschen, sondern digitale persönliche Assistenten das Mietfahrzeug reservieren, das dann autonom per Software gesteuert seine Fahrgäste ans gewünschte Ziel bringt, die optimale Customer Experience, prophezeit Moore.

Der Taxi-as-a-Service-Dienst Uber erhält gemischte Kritiken: Kunden lieben den Mobility-Anbieter, Taxifahrer, die um ihre Jobs fürchten, verdammen ihn in Grund und Boden. Manik Gupta, Head of Products bei Uber, rührte die Werbetrommel für den Dienst Uber Pool  und brachte einige neue Argumente der Sharing Economy in die Diskussion. Wenn mehrere Personen ein Fahrzeug benutzen (sharing), dann würden fünf Prozent der heutigen Fahrzeuge ausreichen, um dieselbe Beförderungsleistung zu erbringen. Denn jeder Fahrzeugeigentümer benutzt sein Auto aktiv nur in fünf Prozent seiner Zeit. Uber Pool hätte ausserdem bis heute dazu geführt, dass 318 Millionen Meilen weniger gefahren und 55'000 metrische Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre gepustet worden wären, argumentierte Gupta.

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