Wie die UBS für junge Menschen interessant bleiben will

Die Zeiten, in denen Kunden mit einer Einladung ins Restaurant geködert werden konnten, sind vorbei. Junge Reiche fordern, dass sich die Banken ihrem Lebensstil anpassen. Die UBS versucht, diese Forderungen zu erfüllen.

» Von AWP , 01.06.2015 09:55.

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Früher galt für Vermögensverwalter eine einfache Formel: Man lud Millionäre und Milliardäre in das beste Restaurant der Stadt oder ins schicke Büro ein, liess teuren Wein kredenzen und zog dann mit etwas Glück ein lukratives Mandat an Land. Diese Zeiten sind vorbei. Die Kundschaft der Privatbanken ändert sich, der Zeitgeist ebenso. Die Klienten werden jünger. Es sind Leute zwischen 30 und 40 Jahren, die rund um den Globus grosse Familienvermögen erben.

Sie sind im Internetzeitalter aufgewachsen, sind ständig online oder unterwegs und haben wenig Zeit - und sind deshalb viel schwieriger zu fassen. Die Banken müssen sich sputen, wollen sie diese Klientel nicht an alternative Anbieter verlieren, die jung und frisch daherkommen und vor allem unbelastet sind von Skandalen.

UBS hat Zeichen der Zeit erkannt

Die Grossbank UBS, im Privatkundengeschäft seit Jahren der grösste Vermögensverwalter der Welt, hat das erkannt. Sie will den Thron nicht hergeben und lässt in einem Innovationslabor am Stammsitz in Zürich seit einiger Zeit von einem Expertenteam ausloten, wie man die neue Generation an Kunden am besten an sich bindet.

Videospiele, Videokonferenzen, Online-Login über Stimmerkennung - alles ist denkbar. "Diese Leute erledigen ihre Geschäfte meist am Handy, um ihr Geld kümmern sie sich in der Freizeit", erklärt der für das Labor zuständige UBS-Mann Dave Bruno. "Das kann im Badezimmer sein oder während man auf den nächsten Flug wartet."

Das Thema ist für die UBS so wichtig, dass sie auch in London ein Forschungslabor eröffnet hat und ein weiteres in Singapur plant. Ausserdem tauscht die Bank Ideen mit den Internetkonzernen Google und Amazon sowie jungen Startup-Firmen aus.

Da soziale Netzwerke wie Facebook eine immer grössere Rolle im Leben der Menschen spielen, ist auch vorstellbar, die jungen Reichen dort abzuholen. Man könnte etwa die zu Facebook gehörende virtuelle Welt von "Oculus Rift" nutzen, sagt Bruno.

Das Investment-Portfolio eines Kunden wäre dann durch eine Spezialbrille sichtbar und wie eine Stadt abgebildet, die man nach individuellen Wünschen bebauen könnte. Den Kunden würde man dann fragen: "Welche Teile Deiner Stadt fehlen noch?", erklärt der UBS-Mann. Das Wassersystem könne für alternative Anlagen stehen, viele hohe Türme stünden womöglich für ein zu hohes Risiko und so weiter.

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KOMMENTARE

morat ademi: 02-06-15 10:57

Wenn man so über die Naivität der Erbschafts Millionäre nachdenkt, kann man sich ausdenken wo die Hacker erneut zuschlagen werden. Online-Login über Stimmerkennung, Ständig unterwegs, Geschäfte am Handy erledigen.
Das sind ja genau die welche von der NSA so gerne Überwacht werden.
Gescheite Geschäftsleute treffen sich ohne Handy und setzten auf Sicherheit. Vorallem Heute wo Snowden uns gezeigt hat was hinter unserem Rücke so alles gemacht wird. Und wir sehen mussten dass bisher alles der Wahrheit entspricht.

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