Update: E-Ticketing-App von SBB, BLS und Postauto

Auf der App einchecken, Bus und Zug fahren und erst am Ende der Reise bezahlen: Was in einigen Tarifverbünden schon klappt, soll nun in der ganzen Schweiz möglich werden. SBB, BLS und PostAuto testen in den kommenden Monaten eine Ticket-App.

» Von SDA , 04.07.2017 11:21. Letztes Update, 05.07.2017 06:28.

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Das Prinzip, dass der Kunde oder die Kundin nur bezahlt, was er oder sie auch tatsächlich genutzt hat, ist etwa beim Stromverbrauch oder der Telekommunikation weit verbreitet. Künftig soll dieses "Pay-per-Use"-Modell in der Schweiz auch im öffentlichen Verkehr möglich sein - dank einer App.

Die drei Transportunternehmen SBB, BSL und PostAuto haben am Dienstag dazu ein schweizweites Pilotprojekt lanciert, das bis Ende September laufen soll. Basis des Versuchs ist die Handy-App «lezzgo», die bereits in einzelnen Verbünden im Einsatz ist. Für den Test wurde sie zu «lezzgoPlus» erweitert.

Die App erfasst die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Reisende können somit am Ende des Tages nach dem Prinzip des «Post Price Ticketings» (PPT) bezahlen, wie Vertreter der drei Verkehrsunternehmen am Dienstag vor Medien in Bern erklärten.

Am Test können sich rund 200 Personen beteiligen. Interessierte können sich über die Website www.lezzgo.ch/plus anmelden. Die «lezzgoPlus»-App ist während der Testphase nur für iOS-Smartphones erhältlich.

Offenes System

Eine besondere Herausforderung für die Einführung dieses Bezahlmodells ist der Umstand, dass es sich beim öffentlichen Verkehr in der Schweiz um ein offenes System handelt. Anders als etwa in Grossbritannien gibt es an den hiesigen Bahnhöfen keine Kontrollschranken, die ein elektronisches «Check-in» und «Check-out» in den öffentlichen Verkehr technisch erleichtern würden.

An diesem offenen System will die Branche jedoch festhalten. «Wir wollen unter keinen Umständen irgendwelche Gates einführen», sagte Daniel Hofer von der BLS.

Technische Abhilfe schaffen aber die Smartphones, die inzwischen sehr viele Passagiere auf sich tragen. Mit der App checkt der Fahrgast zu Beginn einer Reise auf seinem Handy mit einem Klick ein. Ab diesem Zeitpunkt wird via GPS und Mobilfunk-Netz die Strecke erfasst, die er mit dem ÖV zurücklegt.

Nach Ende der Reise loggt sich der Passagier aus, und die App berechnet die Kosten seiner Reise. Die App berücksichtigt dabei, ob der ÖV-Kunde in der ersten oder in der zweiten Klasse reist und ob er Anspruch auf eine Vergünstigung hat, etwa weil er ein Halbtax-Abonnement besitzt. Diese Informationen können hinterlegt werden.

Laut Christof Zogg, Leiter Digital Business der SBB, wäre die Schweiz mit der Einführung eines schweizweiten, virtuelles Gates zum ein- und auschecken eine Pionierin. «Das ist eine neue Technologie, die es in keinem anderen Land gibt.»

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