Twint, Paymit, Apple Pay und die Kassenterminals

Der Wettstreit zwischen den Schweizer Anbietern von Mobile Payment, Paymit und Twint, könnte sich an der Ladenkasse entscheiden. Apple Pay will dabei auch noch mitmischen.

» Von Mark Schröder , 23.03.2016 12:25.

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Die Anbieter von Mobile Payment liefern sich einen Wettstreit um die Akzeptanz im Schweizer Detailhandel. Aktuell in der Führungsposition: Twint. Die Lösung von PostFinance ist bereits in tausenden Coop-Filialen und Verkaufsstellen der Schweizerischen Post installiert. Bis Ende Jahr kommen noch tausende Migros-Filialen hinzu. Dafür müssen allerdings die Zahlungsterminals noch ein Update bekommen. Diese Aktualisierung steht ohnehin an, denn auch das Konkurrenzsystem Paymit wird noch nicht von den heute installierten Terminals unterstützt. Vor dem Hintergrund, dass Paymit ein Produkt des Marktführers bei Kassensystemen (Six) ist, werden die Karten nochmals neu gemischt.

Entsprechend gelassen gibt sich der Kreis der Paymit-Unterstützer: Die Verhandlungen mit den bekannten Grossverteilern laufen, sagte Six-Sprecher Julian Chan im Februar der Computerworld. «Bis zum Weihnachtsverkauf 2016 wird Paymit in den meisten Läden mit Zahlterminals verfügbar sein», kündigte er an. «Alle Händler, die bereits ein Six-Terminal besitzen, benötigen für Paymit kein zusätzliches Gerät.»

Ade Twint-Terminals?

Die massive Präsenz von Twint im Detailhandel birgt aber auch ein Konfliktpotenzial: Bisher war für Smartphone-Zahlungen an der Ladenkasse ein eigenes (Bluetooth-)Terminal erforderlich. Mussten Coop und Post noch an jeder Kasse ein zusätzliches Lesegerät installieren, genügt bei Migros offenbar der flächendeckend vorhandene Barcode-Scanner. Twint generiert (für die Migros) einen QR-Code, mit dem der Kunde im Handel zahlen kann.

Hier könnte Ärger für den Twint-Entwickler PostFinance ins Haus stehen: Coop und Post bleiben auf ihren Ausgaben für die Bluetooth-Terminals sitzen. Zusätzlich werden sie noch das Update installieren müssen, um auch Zahlungen mit QR-Codes akzeptieren zu können.

Für den Verbraucher wird die Auswahl an Mobile-Payment-Lösungen zwar grösser. Aber das Fehlen eines einheitlichen Schweizer Systems eröffnet auch Chancen für weitere Anbieter, etwa Apple. Der Konzern hatte Mitte Februar die Marke Apple Pay beim Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum eingetragen. Damit wird es wahrscheinlich, dass Apple den Bezahldienst demnächst auch hierzulande lancieren wird. Angesichts des Marktanteils des iPhones von über 50 Prozent könnte der Wettstreit von Paymit und Twint um den Schweizer Detailhandel rasch zugunsten des US-amerikanischen Spätstarters Apple entschieden sein.

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