Smarte Kameras betreuen Frühgeborene

Forscher der EPFL und des CSEM haben ein Kamerasystem entwickelt, mit dem die

Vitalfunktionen von Frühgeborenen kabellos und ohne Körperkontakt überwacht werden können.

» Von Jens Stark , 11.04.2017 14:30.

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An Stelle von durch auf der Haut platzierten Sensoren könnten die Frühgeborenen in den Brutkästen der Neonatologie über ein Kamerasystem überwacht werden. Diese Technik wird demnächst auf Frühgeborenen am Universitätsspital Zürich (USZ) erprobt. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der ETH Lausanne (EPFL), dem CSEM und des USZ, im Rahmen des Innovationsförderungsprogramms Nano-Tera.

Das vernetzte System soll die Herzfrequenz und die Atmung der Säuglinge überwachen. «Die heute direkt auf der Brust der Babys angebrachten Sensoren sind so sensibel, dass sie fast 90 Prozent Fehlalarme auslösen, vor allem wegen der Bewegungen der Babys», erläutert Jean-Claude Fauchère, Leitender Arzt und stellvertretender Direktor in der Klinik für Neonatologie des USZ. «Das Neugeborene muss jedes Mal angefasst und dadurch gestört werden, was zu Stress für das Baby und zu unnötigen Einsätzen der Krankenschwestern führt. Unter Umständen können sie weniger gut auf echte Notfälle reagieren, was ihre Pflegearbeit stört.»

Kein direkter Körperkontakt

Für die Überwachung mit Kameras ist kein direkter Körperkontakt notwendig. Die Herzfrequenz wird über kleinste Veränderungen auf der Haut des Babys infolge des Herzschlags registriert. Die Atmung ihrerseits wird über Bewegungen der Brust und der Schultern analysiert. In der Nacht übernehmen Infrarotkameras die Aufsicht und gewährleisten damit eine lückenlose Überwachung. Für das Bildverarbeitungssystem haben die Forscher des CSEM hochsensible Kameras eingesetzt, die jede noch so kleine Farbveränderung der Haut registrieren.

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