Seco-Skandal zwingt IT-Firma in den Konkurs

System Connect hat Konkurs angemeldet. Der Firmeneigentümer steht im Verdacht, durch Bestechung Seco-Aufträge erhalten zu haben.

» Von Fabian Vogt , 06.06.2014 15:47.

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Vor rund einem Monat hat Computerworld vermeldet, dass nebst Fritz&Macziol Schweiz auch die Berner IT-Firma System Connect in die Seco-Affäre verwickelt ist. Das Unternehmen verweigerte stets jegliche Auskunft, genützt hat dies wenig. Wie der «Blick» berichtet, hat System Connect letzte Woche Konkurs angemeldet.

System Connect erhielt vom Seco im Oktober des letzten Jahres einen Auftrag über 6,1 Millionen Franken für fachtechnische Beratung und IT-Support für Intel-Plattformen Client/Server sowie Spezialapplikationen VMware, CA Client/Server Management, CA ARCserve. Dabei handelt es sich um einen Auftrag, der von F.* vergeben wurde, dem Seco-Mitarbeiter, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsvorwürfen gegen Fritz & Macziol ermittelt. Der Firmeninhaber von System Connect, D. H.*, wird laut «Tagesanzeiger» mehrmals von F.* in Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern von Fritz & Macziol erwähnt. Wie auch die F & M Verantwortlichen soll D. H. gemäss den Aufzeichnungen einen Vertragszusatz von 12 Prozent besessen haben, der über eine bestimmte Vertragssumme hinaus berechnet wird. Zu dieser Vorzugsleistung kam er, weil sich D. H. und F. schon länger kennen sollen.

Schweigen nützte nichts

In den letzten Monaten versuchte Computerworld mehrmals, D.H. an seinem Arbeitsplatz zu erreichen. Jedes Mal hiess es, er «sei momentan nicht im Haus und man solle eine Mail schreiben.» Die Email-Anfragen wurden von D.H. jedoch nie beantwortet, auch seine Angestellten äusserten sich nicht. Die Bundesanwaltschaft eröffnete in der Zwischenzeit ein weiteres Strafverfahren aufgrund der Seco-Affäre. Dabei geht es um den Verdacht der Bestechung und den Verdacht der Vorteilsgewährung. Es ist anzunehmen, dass es dabei D.H. im Fokus steht, auch wenn die Bundesanwaltschaft dies nicht kommentiert. 

Im Zusammenhang mit der Seco-Affäre dürften acht Personen im Visier der Justiz sein: drei ehemalige F&M-Angestellte, der Seco-Ressortleiter, ein Treuhänder, zwei Zürcher Beamte (die gemäss Untersuchungen von Kanton und Stadt unschuldig sind) und H. Dass die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren gegen D.H. nun einstellt, ist nicht zu erwarten. Eine entsprechende Anfrage ist noch offen. 

* Computerworld sind alle Namen bekannt, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

 

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