Massnahmen gegen den Fachkräftemangel

Seit Jahren trübt der Fachkräftemangel die Stimmung der Schweizer ICT-Branche. Mit vereinten Kräften will man diesem Problem nun entgegenwirken. Wie das funktionieren soll, erfuhren die Teilnehmer der ersten nationalen ICT-Berufsentwicklungskonferenz in Bern.

» Von Harald Schodl , 14.11.2011 09:11.

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Die nackten Zahlen beunruhigen Vertreter der eidgenössichen IT-Industrie schon seit langem: Bis zum Jahr 2017 werden schweizweit 32'000 Fachkräfte im ICT-Bereich fehlen. Mit verschiedenen Massnahmen soll das Problem nun aus der Welt geschaffen werden. Der Verein ICT-Berufsbildung Schweiz hat hierfür die erste nationale ICT-Berufsentwicklungskonferenz ins Leben gerufen, die am 10. November 2011 an der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule Bern stattgefunden hat.

Andreas Kaelin, Präsident von ICT-Berufsbildung Schweiz, machte gleich zu Beginn den hohen Stellenwert der Veranstaltung deutlich: «Heute ist der nationale Zukunftstag», verkündete er zur Eröffnung der Konferenz. In weiterer Folge lieferte Kaelin harte Fakten, die verdeutlichen, wie wichtig geeignete Massnahmen gegen den Fachkräftemangel sind: Schweizweit liegt der Anteil von ICT-Lehrlingen aktuell gerade einmal bei mageren 3,7 Prozent pro 100 Mitarbeitende in der ICT-Branche. Kaelin tritt dafür ein, diesen Wert auf 5,4 Prozent zu steigern und sieht vor allem Frauen als Schlüssel zum Erfolg gegen den grassierenden Fachkräftemangel. Zurzeit beträgt der Anteil weiblicher Abreitskräfte in der helvetischen ICT-Branche lediglich elf Prozent. Laut Kaelin ist hierfür nicht zuletzt das derzeitige Image der ICT verantwortlich, das für viele junge Menschen immer noch vom Bild des Nerds geprägt wird.

Kaelin macht sich deshalb für einen Imagewandel stark, denn schliesslich sei die ICT «jung, dynamisch und modern». Gelingt diese Imagekorrektur, wäre die IT-Branche seiner Anschätzung nach auch für Frauen attraktiver, was letzten Endes die Lösung für den Fachkräftemangel sein könnte. «Machen wir es uns also zum Ziel, den Frauenanteil auf 30 Prozent zu steigern», sagte der Präsident von ICT-Berufsbildung Schweiz und fügte gleich an, dass hierfür gesellschaftlich einiges unternommen werden muss. Aus diesem Grund sei es wichtig, alle relevanten Bildungspartner zu vernetzen, bekräftigte danach Joerg Aebischer, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz. Eine wichtige Rolle übernimmt hierbei die nationale ICT-Berufsbildungkonferenz, die fortan einmal im Jahr stattfinden soll, wie Aebischer gegenüber Computerworld erklärte.

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