Ingram Micro für 6 Milliarden nach China verkauft

Der chinesische Grosskonzern HNA hat ein Übernahmeangebot für den US-Grosshändler Ingram Micro abgegeben. Der Deal hat ein Volumen von rund 6 Milliarden US-Dollar.

» Von Stephan von Voithenberg, 18.02.2016 16:10.

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Dieser Deal dürfte für reichlich Gesprächsstoff in der Distributionsbranche sorgen: Der chinesische Grosskonzern HNA hat angekündigt, den US-Broadliner Ingram Micro zum Preis von sechs Milliarden Dollar zu akquirieren. Beide Konzerne hätten sich bereits auf die Übernahmemodalitäten verständigt, teilte Ingram Micro mit.

Konkret liegt das Angebot der auf Transport und Logistik spezialisierten HNA-Tochter Tianjin Tianhai Investment bei 38,90 Dollar je Aktie - das entspricht einem Aufschlag von satten 31 Prozent auf den Ingram-Schlusskurs von Mittwoch.

Ingram wird Teil der HNA-Gruppe

Der HNA-Konzern, zu dem auch die chinesische Fluglinie Hanan Airlines gehört, will mit dem Zukauf ihren Logistikarm stärken. Ingram Micro wird damit ein Teil der HNA-Group, die die Mehrheit an Tianjin Tianhai hält. Die Akquisition soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen werden.

Für Ingram selbst wird sich indes nur wenig ändern - vorerst zumindest. So werde die Hauptniederlassung nach wie vor im kalifornischen Irvine zu finden sein, auch das Executive-Management-Team rund um den CEO Alain Monié soll im Amt bleiben, hiess es weiter. Die einzelnen Ländergesellschaften sollen von der Übernahme ebenfalls nicht in ihrer Arbeit betroffen sein.

Ingram-Micro-CEO Monié sieht sein Unternehmen durch die bevorstehende Übernahme nachhaltig gestärkt. So würden sich durch den Deal grossartige neue Chancen für Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter ergeben. «Als Teil der HNA-Group werden wir nun in der Lage sein, strategische Investments weiter voranzutreiben. Ferner wird Ingram als Teil einer grösseren Organisation nun auch von zusätzlichen Logistik-Kapazitäten profitieren können und über eine starke Präsenz in China verfügen», so Monié.

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KOMMENTARE

Armin Heinzmann: 19-02-16 16:43

Macht das wirklich Sinn, alles nach China zu verkaufen?Bald wird es keine eigenständigen Firmen im Westen mehr geben und dann gute Nacht ...

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