Das Internet der Lieblings-Dinge

Der ETH-Spin-off «Qipp» verbindet mithilfe virtueller Profile unsere Lieblingsobjekte mit dem Internet. Dank Smartphones sollen Hersteller mit den Käufern über die gesamte Lebensspanne eines Produkts in Kontakt bleiben.

» Von Samuel Schlaefli, ETH News, 08.05.2014 09:19.

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Kühlschränke, die sich selber auffüllen, Autoreifen, die ihren Luftstand automatisch melden, Maschinen, die zur Wartung rufen – das Internet der Dinge soll einst alle Objekte, die uns umgeben, mit dem Internet verbinden. Möglich macht das die enorme Miniaturisierung von Sensoren, Chips und Prozessoren, denn heute hat in praktisch jedem Ding ein winziger Chip Platz – und sei es nur auf einer Klebeetikette.

Was bis vor kurzem noch der Forschung und Industrie vorbehalten war, findet nun den Weg zu den privaten Nutzern. Der 2012 gegründete ETH-Spin-off «Qipp» (https://www.qipp.com) mit derzeit neun Mitarbeitern macht's möglich. Der Gründer, Stefan Zanetti, machte sich von 2005 bis 2009 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Informationsmanagement an der ETH Zürich gemeinsam mit Professor Elgar Fleisch auf die Suche nach ersten kommerziellen Anwendungen des Internets der Dinge. Dabei kam er zum Schluss: «Das Internet der Dinge krankt momentan noch an der Notwendigkeit, Sensoren und Kommunikationsmodule in Produkte einzubauen. Folglich führte dies bisher zu sehr spezifischen Anwendungen.»

Zanettis Idee: Weshalb nicht einfach virtuelle Profile für Dinge im Internet anlegen, anstatt den Objekten Mikrochips wie RFIDs einzubauen. Dafür programmierten er und seine Mitarbeiter eine Plattform, auf welcher Nutzer seit wenigen Wochen ihre Lieblingsgegenstände, wie Velos, Handtaschen oder Elektrogeräte mit virtuellen Stellvertretern erweitern können. Über diese werden sämtliche nützlichen Informationen und Dienste zu den Dingen wie Garantiescheine, Gebrauchsanweisungen, Erinnerungen für Wartungen und Aktualisierungen, eigene Notizen oder Links abgelegt. Als Medium, um zwischen Mensch, Gegenstand und Internet zu vermitteln, dient das Smartphone. Weiterer Vorteil: Das Dingeprofil wird kontinuierlich mit Informationen aus dem Internet ergänzt, zum Beispiel zu Produkterweiterungen, neu verfügbaren Accessoires oder aktuellen Modellen. Die Qipp-Web-Plattform dient aber auch als eine Art Facebook der Lieblingsdinge: Wer ein Benutzerkonto hat, kann die Informationen über seine Objekte veröffentlichen und mit anderen Qipp-Nutzern teilen.

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