Apple Pay, Twint: Plädoyer für den Kunden

Die Finanzbranche ist beim Mobile Payment hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Apple Pay und Twint stagnieren. Den Kunden fehlt der Anreiz, das Bargeld daheim zu lassen.

» Von Mark Schröder , 18.11.2016 10:00.

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Mit diversen Studien beschwören Befürworter den Durchbruch von Mobile Payment in der Schweiz herauf. Schon «etliche tausend Kunden von BonusCard nutzen täglich das mobile Bezahlen mit dem Smartphone». Die «Anzahl der Registrierungen steige kontinuierlich mit durchschnittlich 14 Prozent pro Woche», erklärte der Kartenherausgeber BonusCard jüngst – genau 100 Tage nach der Lancierung von Apple Pay in der Schweiz. 

Visa Europe weiss von immerhin 73 Prozent der Schweizer Smartphone-Besitzer, die mit dem Mobil-Device bezahlen. Die am häufigsten gekaufte Ware ist allerdings virtuell, gesteht Visa ein. Denn 42 Prozent sind In-App Käufe und weitere 38 Prozent Bus- oder Zugtickets. Nur von 27 Prozent wird das Natel für das Bezahlen teurer Güter wie Elektrogeräte oder Reisen gezückt. Stefan Holbein, Country Manager von Visa Europe Schweiz, sagt: «Mit dem Markteintritt von Apple Pay in der Schweiz im Sommer kann bereits an über 100'000 kontaktlosen Zahlterminals mobil bezahlt werden.» Nun hat die Kontaktlos-Technologie (NFC) nichts mit der Lancierung von Apple Pay zu tun. Kreditkarten können die Zahlungsdaten ebenfalls via NFC an die mehr als 100'000 Terminals funken. Wie viel Zuspruch Apple Pay und das auf Eis liegende Twint hierzulande wirklich erfahren, ist kaum zu ermitteln.

Bis anhin hat in der Schweiz kein Anbieter von Mobile Payment eine marktbeherrschende Position erreicht. Zu diesem Urteil kommt das Beratungsunternehmen GFT in einer Analyse. Die weiteste Verbreitung besitzt PayPal, das von rund eine Million Schweizern verwendet wird. Wie GFT erklärt, dient der Service aber hauptsächlich dem Online-Shopping. Im Detailhandel spiele PayPal kaum eine Rolle. Dort kamen Paymit auf 90'000 Nutzer und Twint auf lediglich 50'000. 

«Grüne Akzeptanzpilze» 

Die Konkurrenz verspottet dann auch die Twint-Beacons als «grüne Akzeptanzpilze», etwa Reto Gross, Director Payment & Card Services von Netcetera, jüngst am «Swiss Payment Forum». Netcetera ist mit den Zahlungsdienstleistern Aduno und Swisscard an der Entwicklung von «SwissWallet» beteiligt. Das System ist eine direkte Konkurrenz zu Twint, aber auch zu Apple Pay. Angesichts der Vielzahl der Bezahllösungen warnte Gross vor einem «Mehrfrontenkrieg» gegen das Bargeld. Die Schweizer Anbieter sollten besser zusammenspannen und den Verbrauchern eine einheitliche Lösung anbieten. 

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KOMMENTARE

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Dr. Feelgood: 18-11-16 16:15

Wenn ich Twint.ch besuche und augenblicklich, bevor ich überhaupt gefragt werde von 6 Tracking-Tools getrackt werde, wo bleibt da die Schweizer Sicherheit?

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Alles Ami-Firmen, d.h. meine ganzen Daten landen im NSA-Country.

Da kann ich doch gleich PayPal benutzen.

Wozu dann noch Twint?

Für das App brauche ich auch ein funktionsfähiges Google-Konto, anstatt dass es auf der Twintseite zum download angeboten wird.

Da steckt der Wurm drin, und zwar ganz tief !!

Dietar Dasistso: 18-11-16 10:22

"und den Verbrauchern eine einheitliche Lösung anbieten. "

Diese Lösung gibt es bereits. Sie ist universell und wird in JEDEM Shop akzeptiert. Sie braucht keinen Akku, und hat keine Empfangsprobleme. Sie heist:
BARGELD

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