Antennen-Posse im Kanton Luzern

Auf dem Kirchturm der Luzerner Gemeinde Egolzwil soll eine Mobilfunkantenne installiert werden. Viele Einwohner protestieren, drohen mit Kirchenaustritt. Der Swisscom ist das egal und die Behörden haben den Schaden.

» Von Fabian Vogt , 07.04.2014 14:28.

Gratis-Exemplar "Swiss Leader" sichern

Sie wollen Ihren ICT-Anbietern die Meinung sagen? Nutzen Sie jetzt Ihre Chance und bewerten Sie sie im Rahmen unserer Swiss IT Zufriedenheitsstudie.

Zur Swiss IT Zufriedenheitsstudie 2016

Im Kirchturm der Luzerner Gemeinde Egolzwil will die Swisscom eine Mobilfunkantenne installieren. Ein entsprechender Mietvertrag wurde abgeschlossen, das Baugesuch hat Swisscom letzten Sommer eingereicht. Seither wehren sich Einwohner der Gemeinden Egolzwil und Wauwil gegen den Antennenbau, berichtet die «Neue Luzerner Zeitung». Sogar mit dem Kirchenaustritt wird gedroht.

Darum will der Kirchenrat den Bau der Antenne stoppen und versuchte im letzten Herbst, den Mietvertrag mit Swisscom zu kündigen. Diese denkt nicht daran. «Die Swisscom hat die Auflösung des Mietvertrags nicht akzeptiert, worauf ein Schlichtungsverfahren eingeleitet wurde», wird Swisscom-Sprecher Konrad Merz zitiert. Die Schlichtungsbehörde habe festgestellt, dass eine Kündigung erst nach Übergabe der Mietsache erfolgen kann.

Der Kirchenrat muss nun hoffen, dass die Denkmalpflege Einwände gegen die Antenne im Kirchenturm erhebt. Sie soll über das Swisscom-Baugesuch in den nächsten Tagen entscheiden. Lehnt sie es ab, wird die Antenne nicht gebaut. Akzeptiert sie es, darf dagegen Einspruch erhoben werden.

Die Antennen-Soap könnte auch Einfluss auf die nächste Woche stattfindenden Kirchenratswahlen haben. Denn 2 der sieben Kandidaten sind Mitglieder einer Interessensgemeinschaft gegen den Bau der Antenne, die den Kirchenrat und den Gemeinderat kritisiert. Letzteren wird Zensur vorgeworfen, ersteren mangelnder Einsatz. Beide Parteien bestreiten die Vorwürfe natürlich. Einen Imageschaden in der Bevölkerung haben trotzdem alle Beteiligten davongetragen.

Werbung

KOMMENTARE

Sandra Jakob: 10-04-14 22:19

Die Kirche befindet sich schon mit dem Nacht- und Frühgeläute auf einer Gratwanderung, welche immerhin mit Tradition begründet werden kann.
In der Internet-Welt sind die Mitglieder oft nur noch einen Klick vom Kirchenaustritt weg:
http://www.austreten.ch/
Es wäre in dieser Situation gut, die Kirche würde sich nicht unnötig neue Kritik schaffen.

Joachim Datko: 08-04-14 09:01

Aktuell: Kirchenaustritt in Deutschland wegen Kirchensteuer auf Zinserträge

In Zukunft sollen in Deutschland die Banken Kirchensteuer auf Zinserträge an die überquellenden Geldsäcke der Kirchensteuer-Kirchen überweisen.

Wer austritt, kann viel Geld sparen. Gerade im Hightech-Bereich gibt es viele Menschen, die ungläubig sind und nur wegen der Kleinkindtaufe zahlen.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.